19. Juli 2012
Raucher schädigen ihren Mundraum in mehrfacher Weise und erkranken in diesem Bereich bis zu sechsmal häufiger an Krebs als Nichtraucher. Sie leiden wesentlich häufiger unter Entzündungen des Zahnfleischs, der Zahnhaltefasern und des Zahnknochens.
Das Risiko für Raucher, einen Zahn zu verlieren, ist deshalb doppelt so hoch wie bei einem Nichtraucher. ,,Auch Mundgeruch, Verfärbungen an Zähnen, Lippen und Zunge, Karies, Schleimhautveränderungen, eine schlechte Wundheilung oder Implantatverlust sind typische Raucherprobleme, erläutert Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin. Zahnfleischbluten - ein wichtiges Warnsignal für eine beginnende Parodontitis - bleibt beim Raucher aus, denn das Gewebe wird durch das Nervengift Nikotin nicht mehr normal durchblutet. Zudem können die zahlreichen Giftstoffe im Zigarettenrauch Krebs an den Lippen, im Mundraum, an der Zunge, an den Speicheldrüsen und im Rachen verursachen.
Typische Symptome für eine Krebserkrankung in der Mundhöhle sind anhaltender Mundgeruch, Probleme beim Sprechen, Schluckbeschwerden oder blutiger Speichel. Wer raucht, verändert die Zusammensetzung seines Speichels. Der Rauch einer einzigen Zigarette transportiert viele Krebs erzeugende Stoffe in den Speichel. Diese giftigen Substanzen können das Gewebe der Mundschleimhaut verändern und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit, dass sich bösartige Tumore bilden.
Dieser Artikel wurde am 19. Juli 2012 in der Kategorie Gesundheit wurde von Annette Bulut (mp) mit den Suchwörtern "Nikotin attackiert den gesamten Mundraum" veröffentlicht.