Magnesium statt Platin

mp Geesthacht - Aus Metallpulver und Granulat werden die neuartigen Implantate hergestellt: Rechts die fertige Knochenschraube. Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Magnesium statt Platin

Bislang werden komplizierte Knochenbrüche mit Platten, Schrauben und Nägeln aus Platin gestützt und fixiert.

Bislang werden komplizierte Knochenbrüche mit Platten, Schrauben und Nägeln aus Platin gestützt und fixiert. Ein Material, das im Körper gut verträglich ist. Allerdings muss es, wenn der Knochen verheilt ist, operativ wieder aus dem Körper entfernt werden. Andernfalls drohen Entzündungen und Knochenrückbildungen. "Ziel moderner Implantatforschung ist es daher, ein Material zu entwickeln, das wie echtes Ersatzmaterial im Körper eingesetzt werden kann. Ein Biomaterial also, das erst den Knochen stützt, aber nach der Heilung von alleine wieder verschwindet", sagt Prof. Dr. Regine Willumeit, Leiterin der Abteilung 'Strukturforschung an Makromolekülen' im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Ein solches Material scheint Magnesium zu sein. Es ist ein natürlicher Bestandteil des Körpers und deshalb auch gut verträglich. Zudem besitzt es die Eigenschaft, sich gezielt auflösen zu können. Eine erste Knochenschraube ist jetzt aus einer Magnesium-Kalzium-Legierung hergestellt worden. Bevor sie jedoch als Implantatwerkstoff eingesetzt werden kann, stehen noch zahlreiche Untersuchungen in Zellkulturen und im Organismus an.

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