Neurodermitis: Mit Fettcreme allein ist es nicht getan

mp Durham (England) - Die Haut von Neurodermitis-Patienten ist auch in beschwerdefreien Phasen viel zu trocken und empfindlich.nn(Link zum Bild: http://www.pixelio.de/media/179285) Clarissa Schwarz / pixelio.de

Neurodermitis: Mit Fettcreme allein ist es nicht getan

Kinder, deren Haut täglich ausgiebig mit einer geeigneten Pflege eingecremt wird, haben seltener Schübe, leiden deutlich weniger unter Entzündungen oder Jucken und schlafen besser.

Kinder, deren Haut täglich ausgiebig mit einer geeigneten Pflege eingecremt wird, haben seltener Schübe, leiden deutlich weniger unter Entzündungen oder Jucken und schlafen besser. Mit einer Fettcreme allein ist es allerdings nicht getan. Das zeigt eine aktuelle Studie von Erstautor Professor James Mason von der School of Medicine an der Durham Universität (England). Bei Neurodermitis braucht die Haut bestimmte Feuchtigkeitsspeicher und pflegende Fette, die ihr aufgrund ihrer genetischen Veranlagung häufig fehlen. Wichtig ist dabei, die pflegende Lotion oder Creme großzügig aufzutragen und keine Hautpartien auszulassen. Das ist zeitaufwändig, lohnt sich im Endeffekt aber wie eine britische Studie mit Kindern zwischen drei Monaten und sechs Jahren zeigt. Den Ergebnissen zufolge gingen die Symptome drastisch zurück, wenn die Haut zweimal täglich mit einer für Neurodermitis-Patienten geeigneten Basispflege versorgt wurde. Im Ergebnis reduzierte sich die Schwere der Symptome um 70 Prozent, das Jucken ging um mehr als 40 Prozent zurück, die Zahl an durchwachten Nächten verringerte sich sogar um 66 Prozent. Die Häufigkeit der Arztbesuche sank im Laufe des Studienzeitraums um mehr als 90 Prozent.

Generell ist die Haut von Neurodermitis-Patienten auch in beschwerdefreien Phasen viel zu trocken und empfindlich. In der oberen Hautschicht, der Hautbarriere, fehlen wichtige Stoffe, die für eine intakte Abwehrfunktion der Haut unerlässlich sind. Eine gesunde Hautbarriere ist wie eine stabile Mauer aufgebaut, in der Hornzellen die Ziegel, Hornfette und Feuchthaltefaktoren den Mörtel darstellen. Bei Neurodermitis ist diese Mauer brüchig. Die Haut verliert übermäßig viel Feuchtigkeit. Die Folge: Fremdstoffe wie Allergene oder Bakterien können leicht eindringen und einen Ekzemschub auslösen. Um das zu verhindern, müssen Neurodermitis-Patienten ihrer Haut mit der täglichen Basispflege die fehlenden Hautbausteine von außen zuführen. Für das großflächige Eincremen, etwa morgens nach dem Duschen und abends vor dem Schlafengehen, eignen sich am besten Cremes oder Lotionen, die sich gut verteilen lassen und leicht einziehen. Sie müssen nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aber speziell für die Basispflege der kranken Haut entwickelt sein, also einen hautfreundlichen pH-Wert haben und keine Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Mehr Informationen dazu enthält die Broschüre "Basispflege und Therapie bei Neurodermitis", herausgegeben von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (www.dha-neurodermitis.de).

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