Umwelt und Gesundheit schonen: Natürliche Dämmstoffe in der Übersicht

Rohstoff Flachs Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Umwelt und Gesundheit schonen: Natürliche Dämmstoffe in der Übersicht

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Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind zentrale gesellschaftliche Themen. Daher scheint es nicht verwunderlich, dass auch beim Hausbau und der energetischen Sanierung zunehmend auf Ökologie und Ressourcenschonung gesetzt wird. Ökologische Baustoffe überzeugen dabei vor allem durch ihre Schadstofffreiheit, ihre hohe Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung sowie ihre gute Klimabilanz. Trotz des höheren Preises setzen Häuslebauer daher zunehmend auf ökologische Farben, Lacke und Putze. Aber auch ökologische Dämmmaterialien wie Zellulose, Hanf und Holzfaser finden als Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen wie Stein- und Glaswolle zunehmend Verwendung. Der nachfolgende Text gibt eine Übersicht zu den wichtigsten ökologischen Dämmstoffen.

Zellulose als beliebter Dachdämmstoff

Wer Zellulose als Dämmstoff verwenden möchte, kann sich zwischen Platten und der losen Faser entscheiden. Die Standardwärmeleitzahl von Zellulose liegt bei 0,04 W/mK und mit dem günstigen Quadratmeterpreis ab ca. 10 Euro ist ein weiterer Vorteil zu benennen.

Holzfaserplatten zur Fassadendämmung

Dämmplatten aus ökologischen Holzfasern werden in erster Linie für die Wärmedämmung der Außenfassade genutzt. Die entsprechenden Platten haben eine Wärmeleitzahl von 0,04 W/mK. Holzfaser kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne die dämmenden Eigenschaften zu verlieren, und zählt neben Zellulose zu den meist genutzten Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen.

Hanffasern und Thermohanf als Matten- oder Rollenware

Der Einsatz von hochwertiger Hanf-Wolle als ökologischer Dämmstoff bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich: Aufgrund des minimalen Primärenergiebedarfs weisen die zugehörigen Baumaterialien eine positive CO2-Bilanz auf und leisten somit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Außerdem zeichnet sich Hanf durch hervorragende Schallschutzeigenschaften aus und ist resistent in Bezug auf Schimmel. Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, muss die Fassadendämmung mit Hanf eine Stärke von 16 cm aufweisen.

Flachs für die Zwischensparren- und Innendämmung

Die Kurzfasern der Flachspflanze sind die Grundlage für die Produktion dämmender Flachs-Matten und -Platten. Diese Materialien eignen sich für die sogenannte Zwischensparrendämmung von Dächern und die Innendämmung. In diesem Zusammenhang muss aber darauf hingewiesen werden, dass Flachs brennbar ist, was für viele Anwendungsbereiche ein Ausschlusskriterium darstellt.

Kokosfasern mit guten Dämmeigenschaften

Kokosfaser zählt ganz ohne Zweifel zu den Exoten unter den ökologischen Dämmstoffen. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt zwischen 0,04 und 0,05 W/mK, sodass die Produkte eine effektive Dämmwirkung sicherstellen. Die Anlieferung aus Ozeanien resultiert allerdings in einer vergleichsweise schlechten CO2-Bilanz und der hohe Preis von ungefähr 45 Euro pro Quadratmeter ist ein weiterer Nachteil.

Schafwolle als tierischer Dämmstoff

Schafwolle wirkt luftreinigend und kann etwa ein Drittel des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Die Wärmeleitfähigkeit von Schafwolle liegt bei 0,035 bis 0,045 W/mK und der geringe Energieaufwand bei der Verarbeitung dieses Dämmmaterials führt zu einer positiven Öko-Bilanz. Negativ fallen hingegen die Anfälligkeit in Bezug auf Insektenbefall und Verrottung ins Gewicht. Aus preislicher Sicht sind die dämmenden Matten und Platten aus Schafwolle, die primär für die Kerndämmung genutzt werden, im Mittelfeld anzusiedeln.

Schilfrohr als ressourcenschonender Öko-Dämmstoff

Eine Dämmung mit Platten aus Schilfrohr ist ökologisch gut verträglich und als ressourcenschonend zu beurteilen. Die geringe Wärmeleitfähigkeit im Bereich zwischen 0,04 und 0,055 W/mK sowie die minimierte Schallausbreitung gehören dabei zu den wichtigsten Vorzügen. Die im Vergleich mit anderen Öko-Dämmstoffen hohe Feueranfälligkeit und das enorme Eigengewicht sind jedoch erwähnenswerte Nachteile.

Seegras als Alternative zur Fassaden- und Innendämmung

Das aus natürlichem Seegras produzierte Neptutherm ist eine zusätzliche Alternative zu gewöhnlichen Dämmmaterialien. Dieser Stoff ist vielseitig einsetzbar und findet demzufolge sowohl bei der Fassaden- als auch bei der Innendämmung Verwendung. Neptutherm ist schwer entflammbar und geht dementsprechend mit einem hohen Maß an Sicherheit einher. Zudem beträgt die Wärmeleitfähigkeit lediglich 0,04 W/mK und Seegras neigt auch nicht zur Schimmelbildung.

Weiterführende Informationen

  • Ökologische Dämmstoffe in der Übersicht bei Benz24 – Zum Shop
  • Perspektiven für Dämmstoffe aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen – Zum Beitrag
  • Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe – Markt und Verbraucherakzeptanz – Zur Untersuchung
  • Ökologische Häuser für das 21. Jahrhundert – Zum Exkurs

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