Zur Rauschgiftlage der Nation

mp Groß-Gerau - Die Deutsche AIDS-Hilfe kritisiert die Drogenpolitik der Bundesregierung. Viele Drogentode wären vermeidbar. Deutsche AIDS-Hilfe

Zur Rauschgiftlage der Nation

Die Zahl der Drogentoten steigt - in Deutschland nun im vierten Jahr in Folge. Die Konsumenten sterben nicht nur an den Folgen der Drogen selbst, sondern auch an Infektionskrankheiten wie HIV.


Die Zahl der Drogentoten steigt - in Deutschland nun im vierten Jahr in Folge. Die Konsumenten sterben nicht nur an den Folgen der Drogen selbst, sondern auch an Infektionskrankheiten wie HIV. Mit 1.226 Drogentoten im Jahr 2015 liegt der Wert um 19 Prozent höher als 2014. Grund der meisten Todesfälle ist eine Überdosis Heroin, teils in Verbindung mit anderen Substanzen, hieß es bei der Pressekonferenz zur "Rauschgiftlage".

Die Drogenpolitik der Regierung steht in der Kritik, schwerwiegende Schwachpunkte aufzuweisen. "Es ist ein Trauerspiel: Die Zahl der Drogentoten steigt Jahr für Jahr, obwohl die Politik sie mit einfachen Mitteln senken könnte. Viele der Todesfälle ließen sich verhindern, die Gesundheit von Drogenkonsumenten viel besser schützen", sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe.

10 von 16 Bundesländern verzichten aktuell auf Drogenkonsumräume, obwohl diese Einrichtungen nachweislich Leben retten und Infektionen mit HIV und Hepatitis C verhindern, kritisiert Holz. Das Notfallmedikament "Naloxon" wirkt bei einer Überdosis zuverlässig, steht den drogenabhängigen Menschen aber in der Regel nicht zur Verfügung, kann in den Konsumräumen aber Leben retten. Sein abschließender Appell an alle zuständigen Politiker: "Beweisen Sie endlich Verantwortungsbewusstsein und retten Sie Leben!"