Neuer deutscher ESA-Astronaut Maurer hofft auf baldigen Flug ins All

Deutscher Astronaut Matthias Maurer Bild: AFP

Neuer deutscher ESA-Astronaut Maurer hofft auf baldigen Flug ins All

Bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA wartet der nächste Deutsche auf einen Flug ins All: Astronaut Matthias Maurer hat sich in Darmstadt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Wann eine erste Mission für ihn ansteht, ist allerdings noch offen.

Bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA wartet der nächste Deutsche auf einen Flug ins All: Im Beisein von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) stellte sich der neue Astronaut Matthias Maurer am Donnerstag im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt erstmals der Öffentlichkeit vor. Wann eine erste Mission für den 46-Jährigen ansteht, ist allerdings noch offen.

Die Aussicht auf einen eigenen Raumflug sei ein "unglaubliches Gefühl", sagte Maurer, der derzeit im europäischen Astronautenzentrum in Köln seine Grundausbildung absolviert. Diese wird er in diesem Jahr abschließen.

Wann und zu welcher Mission er danach aufbricht, steht allerdings noch nicht fest. Es dürfte allerdings auf jeden Fall noch einige Zeit dauern. Maurer selbst sagte dazu in Darmstadt, ein Flug zur internationalen Raumstation ISS sei momentan ein "realistisches Ziel". Bis 2019 seien allerdings alle Flüge besetzt. Maurer räumte ein, dass er selbst sich auch für einen Flug zum Mond "sehr begeistern" könne.

Auch ESA-Generaldirektor Jan Wörner wollte sich nicht auf eine Mission oder einen Zeitpunkt dafür festlegen. Er hoffe, dass es bald eine Fluggelegenheit gebe und auf den "Status" als Astronaut auch bald ein Start folge, sagte Wörner.

Bundeswirtschaftsministerin Zypries machte sich bei der Vorstellung Maurers für mehr Astronautinnen stark. Sie mahnte die ESA, Frauen bei den Bewerbungen zu berücksichtigen. In dem Punkt bleibe die Raumfahrt unter Wert.

Der 46-jährige Maurer studierte Materialwissenschaft und Werkstofftechnik im Saarland, aber auch in Großbritannien, Frankreich und Spanien. Nach seiner Promotion in Aachen arbeitete er zunächst in einem medizintechnischen Unternehmen, bevor er 2010 bei der ESA begann.

Zwei Jahre zuvor hatte er es bei der Auswahl für das ESA-Astronautenprogramm unter mehr als 8000 Bewerbern unter die ersten zehn geschafft, die alle Prüfungen bestanden. Er wurde aber zunächst nicht ins Astronautenkorps aufgenommen. Jetzt ist er Teil des Teams und bereitet sich auf seine erste mögliche Mission vor.

Zuletzt hatte in Deutschland der Astronaut Alexander Gerst mit seinem Einsatz auf der ISS für viel Aufsehen gesorgt. Gerst machte die Raumfahrt mit seinen Auftritten in den vergangenen Jahren hierzulande wieder extrem populär. Im kommenden Jahr soll er erneut zur ISS fliegen und dabei zeitweise als erster Deutscher Kommandant der Station werden.

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