Bestäubung per Mini-Drohne

Bienenpopulationen gehen weltweit zurück Bild: AFP

Bestäubung per Mini-Drohne

Kleine Drohnen mit einem klebrigen Spezialgel könnten schon bald als künstliche Bestäuber eingesetzt werden und so dem Bienensterben etwas entgegensetzen. Japanische Forscher entwickelten die haarigen Mini-Roboter.

Kleine Drohnen mit einem klebrigen Spezialgel könnten eines Tages als künstliche Bestäuber eingesetzt werden und so dem Bienensterben etwas entgegensetzen. Das US-Magazin "Chem" veröffentlichte am Donnerstag die Ergebnisse der Arbeit japanischer Forscher zu den Mini-Robotern, deren Einsatz aber noch in ferner Zukunft liegt. Die Erkenntnisse könnten "zur Entwicklung künstlicher Bestäuber" führen, schreibt Hauptautor Eijiro Miyako vom japanischen Forschungsinstitut AIST.

2007 hatte Miyako damit begonnen, mit Flüssigkeiten zu experimentieren, die als elektrische Leiter benutzt werden können. Ein dabei entstandenes klebriges Gel, das letztlich nicht funktionierte, wanderte ins Archiv und wurde Jahre später nahezu unverändert bei Aufräumarbeiten wiederentdeckt. Miyako trug das Gel auf Fliegen und Ameisen auf, um zu sehen, ob sie Tulpenpollen aufnehmen können - und es klappte.

Danach gingen der japanische Chemiker und sein Team zu Drohnen über. Sie präparierten die insektengroßen Flugobjekte mit  Pferdehaaren, um die pelzigen kleinen Bienen zu simulieren, trugen das Gel an der Unterseite auf und schickten sie zu japanischen Liliengewächsen. "Die Roboter nahmen die Pollen auf und konnten dann zu einer zweiten Blume geleitet werden", heißt es in der Studie. Auf diese Weise seien die Blumen künstlich bestäubt worden.

Die Forscher zeigten sich zudem überzeugt, dass den winzigen Drohnen mittels GPS und künstlicher Intelligenz beigebracht werden könne, welche Flugrouten sie nehmen müssten, um die Blumen zu bestäuben. Weltweit gehen derzeit die Bienenpopulationen wegen des Klimawandels und Krankheiten zurück. Erst kürzlich hatten die USA die Bienenart Bombus affinis auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt.

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