Rotes Kreuz ruft wegen Rekordwinter zu Hilfe für mongolische Nomaden auf

Ein Mongole mit zwei verendeten Schafen Bild: AFP

Rotes Kreuz ruft wegen Rekordwinter zu Hilfe für mongolische Nomaden auf

Nach dem zweiten Extrem-Winter in Folge sind zehntausende Nomaden in der Mongolei in ihrer Existenz bedroht. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) startete am Donnerstag in Peking einen internationalen Hilfsappell. 

Nach dem zweiten Extrem-Winter in Folge sind zehntausende Nomaden in der Mongolei in ihrer Existenz bedroht: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) startete am Donnerstag in Peking einen internationalen Hilfsaufruf, weil wegen extremer Minustemperaturen und heftigem Schneefall bereits zehntausende Nutztiere verendet sind. Viehhaltung ist die Existenzgrundlage für etwa die Hälfte der Bevölkerung der Mongolei. 

Das asiatische Land erlebte das zweite Jahr in Folge das als Dsud bezeichnete Wetterphänomen, bei dem auf einen extrem heißen Sommer ein extrem kalter Winter folgt. In diesem Winter sanken die Temperaturen teilweise auf minus 50 Grad. Wegen der dichten Schneedecke fanden die Tiere der Nomaden keine Nahrung. 

Bis Anfang Februar seien mehr als 42.000 Nutztiere verendet, erklärte das mongolische Rote Kreuz unter Berufung auf die Behörden des Landes. Die Zahlen dürften demnach aber "exponenziell" ansteigen, das ganze Ausmaß der Katastrophe sei vermutlich erst Anfang Mai klar. Das Rote Kreuz schätzt, dass etwa 157.000 Menschen in 17 der 21 Provinzen in ihrer Existenz bedroht sind. 

In der Dsud-Periode 2015/2016 waren in der Mongolei mehr als eine Million Nutztiere verendet. Im Winter 2009/2010 hatte das Land die schlimmste Dsud-Saison überhaupt erlebt: Damals verendeten nach offiziellen Angaben mindestens acht Millionen Tiere.

Nach Angaben der Hilfsorganisation ereignet sich ein Dsud für gewöhnlich etwa alle zwölf Jahre. Vermutlich sei der Klimawandel für die Häufung des Phänomens verantwortlich. 

Viele Mongolen leben unter ohnehin schwierigen Bedingungen als Nomaden in der weiten, kargen Steppenlandschaft. Die IKRK-Vertreterin Gwendolyn Pang sagte in Peking, vielen von ihnen werde nach dem Verlust ihrer Lebensgrundlage nichts anderes übrig bleiben, als in die Hauptstadt Ulan Bator oder andere Städte zu ziehen.

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