Studie: Deutschlands Gesundheitsversorgung hinkt den Erwartungen hinterher

Andorra hat weltweit das beste Gesundheitssystem Bild: AFP

Studie: Deutschlands Gesundheitsversorgung hinkt den Erwartungen hinterher

Trotz guter Wirtschaftsdaten liegt Deutschland bei der Gesundheitsversorgung im weltweiten Vergleich nur auf Platz 20. Laut einer Studie, für die Daten aus 195 Ländern verglichen wurden, hat der Zwergstaat Andorra das beste Gesundheitssystem.

Trotz guter Wirtschaftsdaten liegt Deutschland bei der Gesundheitsversorgung im weltweiten Vergleich nur auf Platz 20. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie, für die Daten aus 195 Ländern verglichen wurden, hat der Zwergstaat Andorra das beste Gesundheitssystem, Island kam auf Platz zwei. Unter den Staaten mit mehr als einer Million Einwohnern führt die Schweiz die Rangliste an, gefolgt von Schweden und Norwegen.

Deutschland hat unter den westeuropäischen Staaten die zweitgrößte Kluft zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Gesundheitsversorgung - gemessen an Wohlstand und Entwicklung könnte die Bundesrepublik besser dastehen. Großbritannien hinkt in Westeuropa am stärksten hinter den Erwartungen hinterher.

Der in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Healthcare Access and Quality Index basiert auf den Todesraten von 32 Krankheiten, die vermieden oder mit angemessener Medizin effektiv behandelt werden können. 

Mit Ausnahme von Australien (Platz sechs) und Japan (Platz elf) sind die 20 besten Plätze nur von Ländern in Westeuropa belegt, wo es fast überall eine allgemeine Gesundheitsversorgung gibt. Finnland hat Platz sieben, gefolgt von Spanien, den Niederlanden und Luxemburg. Die USA, wo die neue Regierung unter Präsident Donald Trump die von Vorgänger Barack Obama durchgebrachte Gesundheitsreform rückgängig machen will, liegen auf Platz 30. 

Die Studie betrachtet auch die Entwicklung der Gesundheitssysteme seit 1990 und kommt zu dem Schluss, dass es in nahezu allen Ländern seitdem Verbesserungen gab. Allerdings fallen dadurch die Länder, die ihren Bürgern nicht einmal eine Grundversorgung bieten, noch weiter zurück. Dies sind vor allem Länder in Afrika und Ozeanien, wobei die Zentralafrikanische Republik Schlusslicht ist.

"Trotz Verbesserungen in den vergangenen 25 Jahren bei der Qualität und dem Zugang zu Gesundheitsversorgung, ist die Ungleichheit zwischen den besten und den schlechtesten gewachsen", sagt Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle.

Gemessen am allgemeinen Wohlstand im Land gehören Indonesien, die Philippinen, Indien und Brunei zu den asiatischen Staaten mit der schlechtesten Gesundheitsversorgung. In Afrika sind dies Botsuana, Südafrika und Lesotho. 

An der Studie waren hunderte Experten beteiligt. Ihre Veröffentlichung erfolgte parallel zum Treffen der Gesundheitsminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Berlin.

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