Weltweit 500 Firmen von Skandal um japanischen Stahlkonzern Kobe Steel betroffen

Firmenchef Hiroya Kawasaki (l.) Bild: AFP

Weltweit 500 Firmen von Skandal um japanischen Stahlkonzern Kobe Steel betroffen

Der japanische Stahlkonzern Kobe Steel ist wegen der massenhaften Auslieferung falsch ausgezeichneter Produkte in eine tiefe Krise gestürzt. Weltweit seien 500 Firmen mit falsch deklariertem Material beliefert worden, gab das Unternehmen bekannt.

Der japanische Stahlkonzern Kobe Steel ist wegen der massenhaften Auslieferung von Produkten mit gefälschten Daten in eine tiefe Krise gestürzt. Weltweit seien 500 Firmen mit falsch deklariertem Material beliefert worden, gab das Unternehmen am Freitag in Tokio bekannt. Zuvor hatte Kobe Steel bereits eingeräumt, die betroffenen Produkte seien an 200 Kunden gelangt. Der Aktienkurs des Traditionsunternehmens brach seit Wochenbeginn um 40 Prozent ein.

Bereits Anfang der Woche hatte der drittgrößte Stahlproduzent Japans zugegeben, Daten mit Angaben zur Materialstärke und -qualität gefälscht zu haben - womöglich seit einem Jahrzehnt. Angaben dazu, welche 500 Firmen betroffen sind, machte Kobe Steel am Freitag nicht. Die Finanzzeitung "Nikkei" berichtete am Freitag, dass die Luftfahrtkonzerne Boeing und Airbus sowie die Autobauer Daimler, General Motors und Tesla zu den Betroffenen gehören - das wollte Kobe Steel aber nicht kommentieren.

Rund zwei Drittel seiner Geschäfte wickelt das Unternehmen mit Firmen in Japan ab. Dort haben unter anderem die Autobauer Toyota, Nissan und Honda Material von Kobe Steel bezogen. 

Zu den betroffenen Produkten gehören unter anderem Stahldrähte, die in der Motoren- und Reifenproduktion verwendet werden, ebenso wie Aluminiumkomponenten und Materialien für Hochgeschwindigkeitszüge in Japan und Großbritannien. Bislang gebe es keine Zweifel an der Sicherheit der betroffenen Produkte, beteuerte Konzernchef Hiroya Kawasaki am Freitag in Tokio. Bereits am Donnerstag hatte er jedoch eingeräumt, das Vertrauen in seine Firma, bei der einst auch Ministerpräsident Shinzo Abe angestellt war, sei "auf Null" gefallen.

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