Ticketpreise für Billigflieger trotz Air-Berlin-Pleite auf Tiefstand

Flugzeug vor der Landung Bild: AFP

Ticketpreise für Billigflieger trotz Air-Berlin-Pleite auf Tiefstand

Trotz der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise der Billigflieger im Sommer weiter gefallen, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab.

Trotz der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise der Billigflieger in Deutschland auf einen neuen Tiefstand gefallen. Die durchschnittlichen Bruttopreise der Low-Cost-Carrier lagen für den Herbst zwischen 35 und 97 Euro, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab. Im Vorjahr hatte die Preisspanne noch 44 bis 105 Euro für einen einfachen Flug betragen. 

Gründe für die günstigeren Preise seien der fallende Kerosinpreis sowie der weiterhin starke Wettbewerb. "Abzuwarten bleibt, wie sich die Übernahme der Air Berlin auf die Preisentwicklung in der kommenden Wintersaison auswirken wird", erklärte Studienleiter Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln. 

Die Lufthansa hatte sich Mitte Oktober mit Air Berlin auf die Übernahme des größten Teils der Flotte geeinigt. Die Maschinen sollen in die Billig-Tochter Eurowings integriert werden. Bereits diesen Sommer hat Eurowings laut DLR-Studie 50 neue Strecken eingeführt. Die Airline sei mit einem Marktanteil von 52 Prozent und 368 Strecken Marktführer. 

Die irische Billiglinie Ryanair als "Vorreiter besonders günstiger Flugpreise" liege mittlerweile auf dem zweiten Platz der Low Cost Carrier in Deutschland mit einem neuen Rekord von 243 Strecken. Das DLR wies aber darauf hin, dass Ryanair wegen "interner Probleme" das Angebot zum Winter hin deutlich reduzieren wird. Europaweit sei Ryanair nach wie vor Spitzenreiter, gefolgt von der britischen Linie Easyjet. 

Insgesamt habe sich die Zahl der Verbindungen ab Deutschland ins Ausland weiter gesteigert: Von 700 im Vorjahr auf rund 800 dieses Jahr. Der Studie zufolge sind ein Viertel aller Flüge ab Deutschland Low-Cost-Verbindungen. Besonders profitierten davon Reisende nach Spanien, Italien oder Griechenland. 

Die Zahl der einzelnen Billigflüge innerhalb Deutschlands und ins Ausland hat sich laut DLR-Zahlen von knapp 4400 auf knapp 5000 Flüge pro Woche gesteigert. Besonders profitierten davon die Flughäfen Nürnberg, Düsseldorf und Berlin-Schönefeld. Letzterer verzeichnete zwischen Januar und September 14,6 Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahreszeitraum, wie die Betreibergesellschaft am Montag mitteilte, nämlich gut 9,7 Millionen. Am Flughafen Berlin-Tegel starteten wegen der Air-Berlin-Krise nur 1,1 Prozent mehr Fluggäste, nämlich gut 16,2 Millionen.

Der "Low Cost Monitor" wird vom DLR zweimal jährlich herausgegeben. Die Ergebnisse für die aktuelle Studie basieren auf einer Referenzwoche im Juli. In der aktuellen Ausgabe wurde Air Berlin wegen der Insolvenz nicht mehr berücksichtigt. 

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