Nährstoff-Cocktail hilft gegen Alzheimer

mp Groß-Gerau - Ein Forscherteam um Professor Dr. Tobias Hartmann (Foto) von der Universität des Saarlandes hat nachgewiesen, dass Alzheimer-Patienten im Frühstadium von bestimmten Nährstoffen profitieren. UKS

Nährstoff-Cocktail hilft gegen Alzheimer

Alzheimer-Patienten können ihren Alltag nach Aufnahme eines neuen Nährstoff-Cocktails besser bewältigen. Das geht aus einem Vergleichstest hervor, den ein europäisches Forscherteam durchgeführt hat.


Alzheimer-Patienten können ihren Alltag nach Aufnahme eines neuen Nährstoff-Cocktails besser bewältigen. Das geht aus einem Vergleichstest hervor, den ein europäisches Forscherteam durchgeführt hat. Insbesondere Alzheimer im Frühstadium kann mit der Nährstoff-Kombination stabilisiert werden.

Das Forscherkonsortium LipiDiDiet unter Leitung von Professor Tobias Hartmann von der Universität des Saarlandes wird hat nun im Fachmagazin "The Lancet Neurology" diese Ergebnisse einer klinischen Langzeitstudie mit Alzheimer-Patienten veröffentlicht. Die Patienten mit sogenanntem "prodromalem" Alzheimer, also dem vordementiellen Stadium der Krankheit, wurden mit einem Nährstoffgemisch behandelt. Sie zeigten in neuropsychologischer Hinsicht im Vergleich zu einer Testgruppe zwar keine Veränderung, doch verbesserten sich ihre kognitiven und funktionellen Leistungen im Alltag signifikant. Auch das Gehirn schrumpfte im Vergleich weniger.

Das für die Behandlung der Alzheimer-Patienten eingesetzte Nährstoffgemisch enthält "Fortasyn Connect", eine spezielle Kombination aus essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und anderen Nährstoffen. Mehrere Forscher der Universität des Saarlandes und weiterer deutscher und internationaler Institutionen waren an der klinischen Studie beteiligt, die Teil eines großen durch die Europäische Union finanzierten Forschungsprojektes ist. An der Studie nahmen 311 Patienten an elf Kliniken in Europa für zwei Jahre teil.

Diese Untersuchung halten die Forscher für besonders bedeutend, weil sie den Krankheitsverlauf des Patienten anhand seiner Leistungen bewertet, die er zeigt, wenn er Aufgaben des täglichen Lebens bewältigen muss. Beispiele hierfür sind die Fähigkeit, mit Notfällen im Haushalt umzugehen, finanzielle oder geschäftliche Vorgänge zu bewältigen oder wichtige Ereignisse nicht zu vergessen.

"Eine Heilung wird durch diese Behandlung noch nicht erreicht, aber es zeigt sich, dass je früher diese Intervention eingesetzt wird, desto größer ist der Nutzen für den Patienten", erklärt Studienleiter Hartmann. "Ein weiterer bemerkenswerter Meilenstein ist, dass zusammen mit dem kognitiv-funktionellen Gewinn eine verringerte Hirnschrumpfung festgestellt wurde, also ein Ergebnis, das über eine symptomatische Wirkung hinausgeht." Dies sei bei den bisher zur Verfügung stehenden Therapien noch nie erzielt worden.

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