Weltwirtschaftsforum: Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wird wieder größer

Frau und Männer auf einer Messe Bild: AFP

Weltwirtschaftsforum: Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wird wieder größer

Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist laut dem Weltwirtschaftsforum weltweit wieder gewachsen. Dies betrifft die Bereiche Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Möglichkeiten und politische Teilhabe.

Nach einem Jahrzehnt des langsamen Fortschritts in puncto Gleichberechtigung ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern laut dem Weltwirtschaftsforum (WEF) weltweit wieder gewachsen. Erstmals seit 2006 habe sich die Lücke zwischen den Geschlechtern wieder vergrößert, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten "Global Gender Gap Report" des Weltwirtschaftsforums in Genf. 

Der jährliche Bericht zur Lücke zwischen den Geschlechtern untersucht vier Gebiete: Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Möglichkeiten und politische Teilhabe. Der weltweite Trend hin zu mehr Gleichberechtigung scheine eine Kehrtwende gemacht zu haben, stellen die Autoren fest.

Die größte Geschlechtergleichheit herrscht demzufolge in nordischen Ländern, auf den ersten Plätzen stehen Island, Norwegen und Finnland. Auf Rang vier steht das ostafrikanische Ruanda. Deutschland landet auf Platz zwölf und verbessert sich damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz. Die USA fallen auf Rang 49 zurück (2016: Rang 45) - Grund sei eine abnehmende Vertretung von Frauen in der Politik, heißt es.

Vor einem Jahr hatte das WEF noch geschätzt, dass es durchschnittlich 83 Jahre dauern werde, die noch vorhandene Lücke zwischen den Geschlechtern zu schließen. Nun veränderte es seine Berechnung auf 100 Jahre. Bei der politischen Beteiligung rechnet das WEF mit 99 Jahren, bis Männer und Frauen gleichermaßen vertreten sind. Derzeit seien nur 23 Prozent der weltweiten Entscheidungsträger Frauen. 

Bis am Arbeitsplatz völlige Gleichberechtigung herrscht, dürfte es allerdings noch deutlich länger dauern: Rechnete das Weltwirtschaftsforum 2014 noch mit 80 Jahren, geht die Stiftung nun davon aus, dass gleiche Bedingungen frühestens 2234 herrschen - also in 217 Jahren.

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