Rossmann nimmt auf Druck von Foodwatch überzuckerten Babykeks vom Markt

In einem Rossmann-Markt Bild: AFP

Rossmann nimmt auf Druck von Foodwatch überzuckerten Babykeks vom Markt

Rossmann hat auf Druck der Verbraucherorganisation Foodwatch einen zuckrigen Keks für Babys aus dem Sortiment genommen. Alete vertreibt demnach weiterhin ein ähnliches Produkt.

Die Drogeriekette Rossmann hat nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch einen überzuckerten Keks für Babys aus dem Sortiment genommen. Wie Foodwatch am Freitag erklärte, reagierte Rossmann, nachdem die Organisation das Produkt als ungeeignet für Säuglinge und Kleinkinder kritisiert hatte. Der Babynahrungshersteller Alete vertreibt demnach hingegen weiterhin ein ähnliches Produkt - er ist mit seinem "Kinderkeks" für den Negativpreis "Goldener Windbeutel" nominiert.

Foodwatch hatte in einer Anfrage an Rossmann den Zuckergehalt des Produkts "Babydream Bio Kinderkeks" in Höhe von 24 Prozent kritisiert. Damit widerspreche das Produkt den gängigen Ernährungsempfehlungen für Babys. Rossmann hatte seinen Keks dennoch für Säuglinge ab dem achten Monat empfohlen.

Das Unternehmen nahm ihn nun aus dem Sortiment, wie aus einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Antwort hervorgeht. Stattdessen werde es zwei neue vergleichbare Produkte geben, einen Dinkelkeks und einen Apfel-Karotten-Keks. Bei beiden wurde der Zuckergehalt demnach auf rund zehn Gramm pro 100 pro 100 Gramm reduziert.

Auch ein Keks mit zehn Prozent Zucker sei "noch immer kein gesundes Lebensmittel für Babys und Kleinkinder", erklärte Sophie Unger von Foodwatch. Trotzdem zeigte sich die Organisation erfreut über die Reaktion. Foodwatch wollte den zuckrigen Keks von Rossmann eigentlich für die Wahl zur "dreistesten Werbelüge" des Jahres nominieren - stattdessen steht nun Alete mit seinem "Kinderkeks" auf der Liste.

Foodwatch hatte auch diese Firma angeschrieben, jedoch die Antwort erhalten, dass bei dem Keks, der 25 Prozent Zucker enthält, alle gesetzlichen Vorgaben "selbstverständlich eingehalten" würden. Alete orientiere sich dabei etwa an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Zuckerkonsum. Diese jedoch gälten nicht für Säuglinge, kritisierte Foodwatch.

"Ärzte und Gesundheitsexperten empfehlen ganz klar: Produkte für Babys sollten keinen zugesetzten Zucker enthalten", erklärte Unger. Verbraucher können noch bis zum 26. November über die "dreisteste Werbelüge" abstimmen. In diesem Jahr vergibt Foodwatch den Negativpreis zum siebten Mal. Nominiert sind außer dem Alete-Keks Produkte der Firmen Bauer, Continental Foods, Kellogg's und Unilever.

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