Nordkorea schließt Gespräche mit USA über Atomprogramm aus

Anti-Trump-Demonstranten in Seoul Bild: AFP

Nordkorea schließt Gespräche mit USA über Atomprogramm aus

Angesichts der Asienreise von US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea Gespräche mit den USA über sein Atomprogramm ausgeschlossen. Die USA müssten von der 'absurden Idee' abgebracht werden, dass Pjöngjang seine Atomwaffen aufgeben werde.

Angesichts der Asienreise von US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea Gespräche mit den USA über sein Atomprogramm ausgeschlossen. Die USA müssten von der "absurden Idee" abgebracht werden, dass Pjöngjang den internationalen Strafmaßnahmen nachgeben und seine Atomwaffen aufgeben werde, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag in einem Kommentar. Pjöngjang sei "in der finalen Phase, um die atomare Abschreckung fertigzustellen".

Washington solle mit seinen "Tagträumen" von Gesprächen darüber, Nordkorea atomwaffenfrei zu machen, aufhören, schrieb die KCNA weiter. Das Atomprogramm werde solange weitergeführt, bis die "feindselige US-Politik" gegenüber Nordkorea engültig aufhöre.

Am Freitag war Trump zu seiner fast zweiwöchigen Asienreise aufgebrochen, in deren Mittelpunkt der Atomkonflikt mit Nordkorea stehen dürfte. Am Dienstag will Trump nach Südkorea reisen, wo eine Rede vor der Nationalversammlung und ein Treffen mit Präsident Moon Jae In geplant sind. In Seoul ist die Sorge groß, dass der US-Präsident den Konflikt bei dem Besuch mit seiner für gewöhnlich scharfen Rhetorik weiter anheizt. Direkte Gespräche mit Pjöngjang hatte er in der Vergangenheit als "Zeitverschwendung" abgetan. Etwa 500 Menschen demonstrierten in Seoul am Samstag gegen Trump, aber auch rund hundert Unterstützer gingen auf die Straße. 

Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour rief Washington zu Gesprächen mit Pjöngjang auf. "Eine Wiederaufnahme direkter Verhandlungen mit Pjöngjang wäre ein erster Schritt zur Deeskalation", sagte Nouripour der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Wenn Trump wirklich an einer Lösung interessiert sei, müsse er gemeinsam mit China nach einem Ausweg suchen. Während seiner Reise dürfte Trump darauf dringen, dass vor allem Peking energischer als bislang Druck auf Pjöngjang ausübt.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft, Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un lieferten sich immer wieder aggressive Wortgefechte. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem hat Pjöngjang mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. Die internationale Gemeinschaft hat bereits eine Reihe von harten Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt.

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