Heizen wird um bis zu zehn Prozent teurer

Vor allem der Heizölpreis ist gestiegen Bild: AFP

Heizen wird um bis zu zehn Prozent teurer

Verbraucher müssen in diesem Jahr mit teils deutlich höheren Ausgaben beim Heizen rechnen. In Gebäuden mit Erdgas oder Fernwärme-Heizung dürften die Kosten um gut zwei Prozent steigen, Haushalte mit Ölheizung müssen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent rechnen. 

Verbraucher müssen in diesem Jahr mit einem teils deutlichen Anstieg der Heizkosten rechnen. Nutzer von Ölheizungen stehen voraussichtlich Mehrkosten von zehn Prozent bevor, wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online am Mittwoch zur Veröffentlichung des neuen Heizspiegels mitteilte. Großen Einfluss auf die Heizkosten hat demnach vor allem der Sanierungsstand von Gebäuden. 

Bereits in diesem Jahr deute sich bei den Heizkosten eine "Trendwende" an, erklärte co2online. "Vor allem Bewohner von ölbeheizten Häusern müssen aufgrund der steigenden Preise mit voraussichtlich zehn Prozent Mehrkosten rechnen", erklärte die Beratungsgesellschaft, die den Heizspiegel gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt. Für Häuser mit Erdgas- und Fernwärmeheizung wird dagegen ein "moderater" Anstieg der Kosten um etwa zwei Prozent erwartet. 

Die Energiepreise haben sich im laufenden Jahr ganz unterschiedlich entwickelt. Bei Erdgas und Fernwärme sanken die Preise 2017 um 1 bis 1,5 Prozent, Heizöl verzeichnete hingegen einen Anstieg um rund zehn Prozent. 

Eine deutliche Kluft gibt es dem Heizspiegel zufolge zwischen Gebäuden mit unterschiedlichem energetischem Zustand. So lag die Spanne für Heizkosten in einer durchschnittlichen 70 Quadratmeter großen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgasheizung je nach Sanierungsstand zwischen 550 und 1200 Euro. 

"Wenn es um Heizkosten geht, schauen alle auf die Entwicklung der Energiepreise", erklärte co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. "Der Sanierungsstand eines Hauses wird oft vergessen - er ist der meistunterschätzte Faktor für Heizkosten."

Obwohl Mieter meist wenig Einfluss auf den Sanierungsstand eines Hauses hätten, könnten auch diese in vielen Fällen ihre Heizkosten senken, erklärte der Mieterbund. Der Heizspiegel sei deshalb für Mieter ebenso wie  für Eigentümer "ein erster wichtiger Schritt, einen Überblick über die Verbräuche und Heizkosten des eigenen Wohngebäudes zu bekommen", erklärte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten. Durch ein anderes Nutzerverhalten könnten Mieter ihre Heizkosten "häufig deutlich senken".

Das Bundesumweltministerium erklärte, beim Heizen werde in Deutschland "immer noch bares Geld verschenkt und ein großes Potenzial für den Klimaschutz nicht genutzt". Die Vermeidung von Wärmeverlusten sei ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz. "Denn immerhin ist der Gebäudesektor derzeit für rund 30 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich", erklärte das Ministerium. Auch ohne Sanierung könne "jeder Einzelne Wärmeenergie und Kosten sparen - schon mit kleinen Maßnahmen wie elektronischen Thermostatventilen oder Sparduschköpfen zur Reduktion des Warmwasserverbrauchs."

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