Elf Bären in rumänischem Bergdorf auf Futtersuche

In Rumänien leben rund 6000 Braunbären Bild: AFP

Elf Bären in rumänischem Bergdorf auf Futtersuche

Auf der Suche nach Nahrung sind vier ausgewachsene Bären und sieben Jungtiere am Dienstagabend durch das rumänische Bergdorf Busteni gewandert. Nach Angaben der Polizei sind Bärenbesuche in dem kleinen Karpatendorf keine Seltenheit.

Auf der Suche nach Nahrung haben sich am Dienstagabend elf Bären in dem rumänischen Bergdorf Busteni herumgetrieben. "Vier Bären, von denen drei von mehreren Bärenjungen begleitet wurden, haben die Stadt durchquert und die Mülleimer von mehreren Häusern durchwühlt", sagte der örtliche Polizeichef  Paul Sasu am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Tiere kämen immer häufiger in die Kleinstadt, um nach Futter zu suchen. Danach kehrten sie dann wieder in den angrenzenden Wald zurück. 

"Jeden Abend patrouillieren wir und versuchen sie mithilfe von Sirenen und Pfeifen zu verscheuchen", sagte Sasu. Dafür haben die Dorfbewohner einen guten Grund: Erst im Juni mussten die Behörden den Zugang zum Dracula-Schloss in Poenari sperren, nachdem es immer wieder zu unerwünschten Begegnungen von Touristen und Bären gekommen war. Die Zwischenfälle endeten bei mehreren Menschen mit schweren Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. 

Nachdem sich die Angriffe und Schäden durch wilde Tiere gehäuft hatten, trat die rumänische Regierung auf den Plan: Trotz der Kritik von Umweltschützern genehmigte das Umweltministerium im September die Erschießung oder Umsiedlung von 140 Bären und 97 Wölfen, von denen zwischen 2500 und 3000 in Rumänien leben. Um eine "Trophäenjagd" zu vermeiden, müsse jeder Fall allerdings einzeln durch die Behörden abgesegnet werden. 

60 Prozent der Braunbären in Europa, also rund 6000 Tiere, streifen durch die Wälder Rumäniens. Weil ihr Lebensraum Tierschützern zufolge zunehmend durch Weideland eingeschränkt wird, kommt es immer wieder zu Angriffen. Erst Im Juli waren zwei Hirten von einem Braunbär angegriffen und schwer verletzt worden. 

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