Gericht entbindet weitere Ergänzungsschöffin von Teilnahme an Loveparade-Prozess

Verhandlungssaal für den Prozess Bild: AFP

Gericht entbindet weitere Ergänzungsschöffin von Teilnahme an Loveparade-Prozess

Vier Wochen vor Beginn des Strafverfahrens um die Loveparade-Tragödie hat das Landgericht Duisburg eine eine weitere Ergänzungsschöffin von der Mitwirkung in dem Prozess entbunden.

Vier Wochen vor Beginn des Strafverfahrens um die Loveparade-Tragödie hat das Landgericht Duisburg eine eine weitere Ergänzungsschöffin von der Mitwirkung in dem Prozess entbunden. Einem Sachverständigen zufolge sei die Belastung durch das Verfahren für die Frau nicht zumutbar, teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit.

Die Schöffin hatte demnach ein Attest vorgelegt und von psychischen Problemen auch durch ihren bevorstehenden Einsatz als Ergänzungsschöffin berichtet. Auf Anordnung des Gerichts wurde die Frau daraufhin von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht. Er kam zu dem Ergebnis, dass eine konkrete Gefahr für die Gesundheit beziehungsweise das Leben der Schöffin bestehe, falls sie zur Mitwirkung an der Hauptverhandlung gezwungen werde.

Bezüglich der Schöffen stehen die Vorbereitungen für den am 8. Dezember beginnenden Loveparade-Prozess unter keinem guten Stern: Zuvor hatte das Duisburger Landgericht bereits eine andere Ergänzungsschöffin und einen der beiden Hauptschöffen abgelehnt, beide wegen Besorgnis der Befangenheit.

Bei der Duisburger Loveparade waren am 24. Juli 2010 in einem Gedränge am Zugangsbereich des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und mehr als 650 verletzt worden. Der Strafprozess um das Unglück findet in einer eigens dafür angemieteten Messehalle in Düsseldorf statt.

Vor der Duisburger Strafkammer müssen sich sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Loveparade-Veranstalters verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.

Das Duisburger Landgericht hatte im April 2016 ein Verfahren gegen die Beschuldigten abgelehnt. Auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft Duisburg entschied jedoch im vergangenen April das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass das Strafverfahren eröffnet werden muss.

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