Syrische Armee setzt Beschuss von Ost-Ghuta unvermindert fort

Rauch über Arbin nach Beschuss der Armee Bild: AFP

Syrische Armee setzt Beschuss von Ost-Ghuta unvermindert fort

Trotz internationaler Kritik haben die syrischen Regierungstruppen ihren Beschuss der Rebellenhochburg Ost-Ghuta unvermindert fortgesetzt. Allein am Mittwoch wurden in den östlichen Vororten von Damaskus laut Aktivisten 27 Zivilisten getötet.

Trotz internationaler Kritik haben die syrischen Regierungstruppen ihren Beschuss der Rebellenhochburg Ost-Ghuta unvermindert fortgesetzt. Allein am Mittwoch wurden in den östlichen Vororten von Damaskus 27 Zivilisten getötet, darunter zwölf Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Nach Angaben der oppositionsnahen Organisation wurden damit binnen drei Tagen mehr als 130 Zivilisten in der Region getötet.

Eine Überprüfung der Angaben ist für Medien kaum möglich, doch berichtete ein AFP-Reporter von mit Verletzten überfüllten Krankenhäusern in der Stadt Duma. In Hammurije sah er die Leichname von fünf Kindern, die nach Angaben des älteren Bruders eines der Opfer kurz zuvor Wasser holen gegangen waren. Über die Lautsprecher der Moscheen wurden die Einwohner aufgerufen, die Straßen für Krankenwagen frei zu machen.

Am Dienstag waren in Ost-Ghuta laut Beobachtungsstelle 80 Zivilisten bei Luftangriffen der Regierungstruppen getötet worden, darunter 19 Kinder und 20 Frauen. Zudem seien knapp 200 Menschen verletzt worden. Demnach war es der blutigste Tag für die Zivilbevölkerung in Syrien seit neun Monaten. Die Armee hatte zuletzt den Druck auf Ost-Ghuta verstärkt, wo rund 400.000 Menschen seit Jahren unter Belagerung leben.

Eigentlich gilt in Ost-Ghuta eine regionale Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen, doch besteht die von Russland, dem Iran und der Türkei vermittelte sogenannte Deeskalationszone nur noch auf dem Papier. Zuletzt mehrten sich auch die Hinweise, dass die Armee Chlorgas einsetzt. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen kündigte am Mittwoch an, Ermittlungen dazu aufzunehmen.

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