Eon und RWE wollen ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen

Eon-Chef Teyssen und RWE-Chef Schmitz in Essen Bild: AFP

Eon und RWE wollen ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen

Bei ihrem Tauschgeschäft von Betriebsteilen wollen die Energiekonzerne RWE und Eon ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. 'Wir sind optimistisch, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen', sagte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Bei ihrem Tauschgeschäft von Betriebsteilen wollen die Energiekonzerne RWE und Eon ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. "Wir sind optimistisch, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen am Dienstag in Essen. Festlegen wollte er sich aber nicht. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz sagte hingegen, es sei "klar", dass es durch die Transaktionen insgesamt bei RWE keinen Personalabbau geben werde.

Die Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Konzerne haben beschlossen, die RWE-Tochter Innogy unter sich aufzuspalten. RWE soll das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien bekommen, Eon die Netze. Zusätzlich will Eon seine Energieproduktion an RWE abgeben. Von den nach Abschluss 70.000 Arbeitsplätzen bei Eon sollen 5000 nach eigenen Angaben wegfallen. 

Eon wird dadurch zu einem Netzbetreiber und Stromversorger, der laut Finanzvorstand Marc Spieker 80 Prozent seiner Erträge im Netzbereich verdienen will. Zuvor verdiente der Konzern 65 Prozent in diesem Bereich. Die Zahl der Kunden soll von 31 Millionen auf 50 Millionen steigen. Eon-Chef Teyssen betonte aber, dass die Kunden weiter die Wahl zwischen vielen verschiedenen Energieversorgern haben werden.

RWE wird durch die Transaktionen in mehreren Schritten zu einem Stromproduzenten, der 90 Prozent seines Umsatzes aus seinen Kraftwerken verdient. Heute sind es laut RWE-Finanzvorstand Markus Krebber 60 Prozent. Der Löwenanteil der Kraftwerke wird auch nach dem Einverleiben der Erneuerbaren von Innogy und Eon konventionell betrieben, nämlich 46 Gigawatt, davon 40 Prozent Gaskraftwerke. Die Erneuerbaren sollen eine Kapazität von 8 Gigawatt haben.

Teil des Deals der beiden Energiegiganten ist, dass RWE 16,67 Prozent der Anteile von Eon erhält. Im Gegenzug überweist RWE 1,5 Milliarden Euro an Eon. RWE darf diesen Anteil nicht ausbauen und nicht an Wettbewerber verkaufen. 

Für das Tauschgeschäft stehen allerdings noch Genehmigungen der Finanzaufsicht Bafin sowie nationaler und europäischer Kartellbehörden aus. RWE-Finanzvorstand Krebber rechnet damit, dass die Transaktionen bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein werden.

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