VW-Chef Müller überzeugt von

Mülller (links) und Finanzvorstand Frank Witter Bild: AFP

VW-Chef Müller überzeugt von "Renaissance des Diesel"

Der Volkswagen-Konzern baut wie angekündigt die Produktion von Elektroautos kräftig aus - ein Großteil der Investitionen fließt aber weiterhin in die Entwicklung konventioneller Antriebe.

Der Volkswagen-Konzern baut wie angekündigt die Produktion von Elektroautos kräftig aus - ein Großteil der Investitionen fließt aber weiterhin in die Entwicklung konventioneller Antriebe. Bis Ende 2022 werde VW mehr als 34 Milliarden Euro in die Bereiche Elektromobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste stecken, sagte Konzernchef Matthias Müller am Dienstag in Berlin. 90 Milliarden Euro will das Unternehmen demnach in diesem Zeitraum in konventionelle Fahrzeuge investieren.

Müller sagte mit Blick auf die Diskussion um hohe Stickoxidwerte und Fahrverbote, er hoffe nicht nur, sondern sei "überzeugt davon, dass der Diesel eine Renaissance erfährt". Der moderne Dieselantrieb sei auch mit Blick auf den Klimaschutz Teil der Lösung, nicht das Problem. Dieselmotoren stoßen im Vergleich weniger klimaschädliches CO2 aus als Benzinmotoren.

VW werde die gesetzlich vorgeschriebene Marke von 95 Gramm CO2 pro Kilometer ab dem Jahr 2020 erreichen, versicherte Müller. So hoch darf dann der durchschnittliche Ausstoß aller neu zugelassenen Fahrzeuge eines Herstellers maximal sein - ansonsten drohen Strafzahlungen. "Strafen kommen für uns nicht in Frage", sagte der VW-Chef. Bereits im kommenden Jahr werde der Autobauer die nächste Generation von Verbrennungsmotoren mit geringeren Emissionen auf den Markt bringen.

Die Elektromobilität sei aber "DAS Kernprojekt" für VW, betonte Müller. Die Zahl der Standorte, wo batterieelektrische Fahrzeuge produziert werden, solle von derzeit drei auf insgesamt 16 bis Ende 2022 steigen. In zwei Jahren sollen bereits zwölf Werke dafür "gerüstet" sein. 

Volkswagen hatte schon im Herbst angekündigt, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos zu bauen. Bis 2030 soll es von jedem der über 300 Modelle des Konzerns mit Marken wie Audi, Porsche, Seat und Bentley mindestens eine elektrische Version geben. "Wir spüren, dass die Nachfrage wächst" sagte Müller. Um die Verbraucher nicht zu enttäuschen, müsse aber "zügig eine Ladeinfrastruktur entstehen", forderte der VW-Chef. Das könne ein Hersteller allein nicht leisten - hier brauche es einen "europäischen Masterplan". 

Comments

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.