Trump setzt in Opioid-Krise auf Todesstrafe für bestimmte Drogendealer

Millionen von US-Bürgern sind Opioid-abhängig Bild: AFP

Trump setzt in Opioid-Krise auf Todesstrafe für bestimmte Drogendealer

Im Kampf gegen die Opioid-Krise setzt US-Präsident Trump auf die Todesstrafe für bestimmte Drogendealer. 'Das Justizministerium wird die Todesstrafe für Drogenhändler fordern, wenn dies im Rahmen bestehender Gesetze möglich ist', sagte ein Regierungsvertreter.

Im Kampf gegen die Opioid-Krise setzt US-Präsident Donald Trump auf die Todesstrafe für bestimmte Drogendealer. "Das Justizministerium wird die Todesstrafe für Drogenhändler fordern, wenn dies im Rahmen bestehender Gesetze möglich ist", sagte ein Regierungsvertreter vor der für Montag geplanten Verkündung von Trumps Plan zur Opioid-Krise. Nähere Angaben machte das Weiße Haus zunächst nicht.

Trump wollte am Montag in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire seinen Plan vorstellen. Der Bundesstaat ist von der Opioid-Krise besonders betroffen. Landesweit sind geschätzte 2,4 Millionen Menschen abhängig von Opioiden, zu denen Substanzen wie Heroin, aber auch verschreibungspflichtige Schmerzmittel gehören.

Trump hat sich schon in der Vergangenheit für die Todesstrafe für Drogendealer ausgesprochen. Anfang März sagte der US-Präsident bei einem Treffen im Weißen Haus, Länder, in denen Drogenhändlern die Todesstrafe drohe, hätten "viel weniger Drogenprobleme" als die USA.

Die Strafen müssten sehr hart ausfallen, forderte er. "Wenn einer jemanden erschießt, bekommt er dafür lebenslang oder die Todesstrafe". Drogendealer dagegen könnten "2000, 3000 Menschen töten, und nichts passiert ihnen."

Gegen härtere Strafen und gar die Todesstrafe im Kampf gegen die Drogenkrise gibt es in den USA aber starken Widerstand. Der demokratische Senator Ed Markey sagte kürzlich, die USA würden sich nicht durch das Einsperren oder Hinrichten von Menschen von der Opioid-Epidemie befreien. "Extreme Vorschläge" wie der Rückgriff auf die Todesstrafe würden die Stigmatisierung von Süchtigen nur vergrößern und von wirklich sinnvollen Maßnahmen ablenken, etwa einer Ausweitung der Hilfsangebote.

Die Opioid-Krise breitet sich in sämtlichen Regionen der Vereinigten Staaten aus. Anfang März schlug die US-Gesundheitsbehörde CDC Alarm. Die Zahl der Krankenhaus-Einlieferungen wegen einer Überdosis sei zwischen 2016 und 2017 um 30 Prozent in die Höhe geschnellt.

Insgesamt starben 2016 in den USA mehr als 63.000 Menschen an einer Überdosis, ein Anstieg um 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Mehrheit starb an den sogenannten Opioiden.

Viele der Abhängigen wurden süchtig, nachdem ihnen zunächst starke Schmerzmittel verschrieben wurden. Der Plan des Weißen Hauses sieht auch eine bessere Aufklärung sowie Maßnahmen gegen die übermäßige Verschreibung von Schmerzmitteln vor. Im vergangenen Oktober hatte Trump wegen der Opioid-Epidemie den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

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