Israels Armee verdoppelt ihr Aufgebot wegen Einweihung der neuen US-Botschaft

Israelischer Luftangriff im Norden des Gazastreifens Bild: AFP

Israels Armee verdoppelt ihr Aufgebot wegen Einweihung der neuen US-Botschaft

Angesichts der zu erwartenden Proteste von Palästinensern will die israelische Armee anlässlich der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Jerusalem ihre Truppenzahl rund um den Gazastreifen und im Westjordanland nahezu verdoppeln. Das erklärte die Armee.

Angesichts der zu erwartenden Proteste von Palästinensern will die israelische Armee anlässlich der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Jerusalem ihre Truppenzahl rund um den Gazastreifen und im Westjordanland nahezu verdoppeln. Kommende Woche würden dort drei zusätzliche Infanterie-Brigaden stationiert, teilte ein Armeesprecher am Samstag mit. Zwei Brigaden werden demnach die Absicherung des Gazastreifens verstärken und die dritte den Einsatz im Westjordanland.

Ost-Jerusalem ist von der Ankündigung nicht betroffen, da dort die israelische Polizei zuständig ist. Die neue US-Botschaft wird am Montag eingeweiht. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember mit seiner Ankündigung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen, wütende Proteste der Palästinenser ausgelöst. 

An der Einweihungszeremonie wird der US-Präsident nicht teilnehmen, dafür aber seine Tochter und Beraterin Ivanka Trump und deren Mann Jared Kushner. Außerdem will Trump per Videoschaltung eine Rede bei der Veranstaltung halten.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates.

Am Dienstag jährt sich überdies zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.

Es wird damit gerechnet, dass am Montag zehntausende Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens demonstrieren. Die dort herrschende radikalislamische Hamas hatte die Palästinenser in den vergangenen Tagen ermutigt, die Grenzanlage zu überwinden.

Seit Ende März hat die israelische Armee bei den vielfach gewalttätigen Protesten am Gazastreifen gegen Vertreibung und Landnahme bereits 54 Palästinenser erschossen. Das neueste Todesopfer wurde am Samstag gemeldet. Ein am Freitag durch Schüsse israelischer Soldaten verletzter 15-jähriger Palästinenser sei seinen Verletzungen erlegen, teilte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. Der Jugendliche war demnach bei Protesten nahe Rafah im Süden des Palästinensergebietes getroffen worden.

Am Samstag verkündete die israelische Armee überdies die Schließung des einzigen Warenübergangs in den Gazastreifen, Kerem Schalom, weil dieser bei den Protesten vom Freitag schwer beschädigt worden sei.

Außerdem beschoss die israelische Armee am Samstag einen mutmaßlichen Schmuggeltunnel der Hamas im Norden des Gazastreifens. An dem fast einem Kilometer langen Tunnel sei monatelang lang gegraben worden, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus. Israelische Kampfflugzeuge hätten ihn nun an zwölf Stellen beschossen. Verletzte oder Todesopfer wurden zunächst nicht gemeldet.

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