Wenn Pflege krank macht

mp Groß-Gerau - Pflege ist anstrengend und belastend zugleich. KKH-Allianz

Wenn Pflege krank macht

Nicht jeder hat das nötige Geld für eine Pflegekraft. Deshalb sind viele Menschen selbst für ihre Angehörigen da - mitunter Tag und Nacht. Doch diese Mehrfachbelastung durch Pflege, Beruf und Familie geht natürlich auf Kosten der eigenen Gesundheit.


Nicht jeder hat das nötige Geld für eine Pflegekraft. Deshalb sind viele Menschen selbst für ihre Angehörigen da - mitunter Tag und Nacht. Doch diese Mehrfachbelastung durch Pflege, Beruf und Familie geht natürlich auf Kosten der eigenen Gesundheit. Chronischer Schmerz und Depression spielen eine große Rolle, das zeigt eine Analyse der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK.

Die Analyse zeigt, dass mit Blick auf chronische und schwerwiegende Krankheiten pflegende Angehörige deutlich kränker als durchschnittliche Versicherte sind (plus 25 Prozent). Die Anzahl einzelner Diagnosen liegt um bis zu 100 Prozent höher, wie bei Depressionen und chronischem Schmerz. Pflegende Angehörige gehen insgesamt öfter zum Arzt oder benötigen eine intensivere Behandlung und Betreuung durch ambulante Mediziner.

Obwohl sie insgesamt häufiger unter chronischen und schwerwiegenden Krankheiten leiden, sind die Angehörigen von Pflegebedürftigen aber nicht öfter oder länger im Krankenhaus, wie ein Vergleich der Ausgaben für stationäre Behandlung aufzeigt. Besonders deutlich zeigt sich dieses Verhältnis bei pflegenden Angehörigen im Alter zwischen 61 und 70 Jahren: Hier liegen die Gesamtausgaben für stationäre Behandlung bei den Pflegenden rund 50 Prozent unter dem Durchschnitt. Die ambulanten Kosten liegen jedoch sieben Prozent höher als bei Personen, die nicht pflegen. Der Verdacht, dass Pflegende aus Rücksicht auf ihr pflegebedürftiges Familienmitglied auf eine stationäre Behandlung in einer Klinik verzichten, liegt somit nahe.

Die betroffenen Pflegepersonen leiden außerdem vermehrt unter Krankheiten wie Depressionen oder chronischem Schmerz: 20 Prozent der pflegenden Angehörigen sind von einer Depression betroffen, also jeder Fünfte. Bei den übrigen Personen sind es nur zehn Prozent oder jeder Zehnte. Damit kommt die Depression unter pflegenden Angehörigen doppelt so häufig vor wie im Durchschnitt.

Comments

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.