Umweltorganisation BUND sieht 92 Prozent der Gewässer in alarmierendem Zustand

BUND schlägt Alarm Bild: AFP

Umweltorganisation BUND sieht 92 Prozent der Gewässer in alarmierendem Zustand

Die meisten Gewässer in Deutschland sind nach Auffassung der Umweltorganisation BUND in einem 'beklagenswerten Zustand'. Neun von zehn Seen und Flüssen litten unter anderem unter den Belastungen durch Landwirtschaft und Industrien, erklärte der BUND.

Die meisten Gewässer in Deutschland sind nach Auffassung der Umweltorganisation BUND in einem "beklagenswerten Zustand". Neun von zehn Seen und Flüssen litten unter anderem unter Belastungen durch Landwirtschaft und Industrien oder dem Ausbau von Wasserstraßen, erklärte der BUND am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung eines Gewässerreports, der auf Daten des Bundesumweltamts basiert. 92 Prozent der Gewässer seien betroffen.

Nach eigenen Angaben analysierte der BUND für den Bericht den Zustand von Seen und Flüssen in insgesamt zehn Kategorien und stellte negative und positive Fallbeispiele für den Umgang mit Problemen dar. Die Ursachen für die schwierige Situation der deutschen Gewässer seien vielfältig, betonten die Umweltschützer.

Unter anderem verwiesen sie auf Dünger- und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft, Schadstoffe aus dem Bergbau und Begradigungen und Vertiefungen von Flüssen für die Schifffahrt. Ihr Vorsitzender Hubert Weiger forderte energische Gegenmaßnahmen durch die Politik.

Der BUND-Report mache klar, "dass sich die Politik endlich bewegen muss, damit unser Wasser noch zu retten ist", erklärte er. Konkret rief er die Bundesregierung und die EU-Kommission in Brüssel auf, sich einer Aufweichung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu widersetzen. Diese wird demnächst überprüft. Der BUND befürchtet eine Aufweichung und startet deshalb eine Kampagne.

Der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, erklärte, der Gewässerreport müsse "ein Weckruf" für die Bundesregierung sein. Er zeige "drastisch, wie schonungslos in Deutschland mit unseren Flüssen und Seen umgegangen wird". Die Bundesregierung müsse "mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie endlich Farbe bekennen und ihre Position offen legen".

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