Pflegebeauftragter fordert grundlegende Finanzreform der Pflegeversicherung

Hilfe beim Trinken Bild: AFP

Pflegebeauftragter fordert grundlegende Finanzreform der Pflegeversicherung

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine grundlegende Finanzreform der Pflegeversicherung. Es dürfe kein Tabu sein, auch auf Kapitaleinkünfte wie Mieten Pflegebeiträge zu erheben, sagte er dem 'Spiegel'.

Der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine grundlegende Finanzreform der gesetzlichen Pflegeversicherung. "Ohne mehr Geld geht es nicht, wenn wir den Gedanken der Solidarität ernst nehmen", sagte Westerfellhaus der neuen Ausgabe des Magazins "Spiegel". Dabei dürfe es kein Tabu sein, auch auf Kapitaleinkünfte wie Mieten Beiträge zur Pflegeversicherung zu erheben. 

"Wir müssen die gesetzliche Pflegeversicherung finanziell auf breitere Füße stellen", forderte der Pflegebeauftragte. "Es kann nicht sein, dass die Zukunft der Erben wichtiger sein soll als die Zukunft der Pflege." Er verwies auf die "gigantischen Herausforderungen" in der Pflege. Es werde dringend mehr Personal gebraucht und die Arbeitsbedingungen müssten sich deutlich verbessern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Westerfellhaus im April zum Regierungsbevollmächtigten und Staatssekretär ernannt. Westerfellhaus legt Wert auf seine Unabhängigkeit und hat die große Koalition schon mehrfach mit eigenen Vorstößen zum Handeln aufgefordert. In einem Positionspapier fordert Westerfellhaus, Pflegefachkräften die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich befristet auf 80 Prozent zu reduzieren. Ein Bonus soll "gute Arbeitgeber" belohnen, die stabile Dienstpläne und mitarbeiterfreundliche Arbeitszeitmodelle anbieten. Damit will Westerfellhaus die Pflege attraktiver machen.

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