Studie: Hilfe bei starken Regelblutungen

mp Groß-Gerau - Nach einer Endometriumablation haben die meisten Frauen nur geringe Beschwerden und sind bereits nach zwei bis fünf Tagen wieder fit für den Alltag. Fotolia / LIGHTFIELD_STUDIOS

Studie: Hilfe bei starken Regelblutungen

Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich: Viele Frauen, die unter einer sehr starken Regelblutung leiden, fühlen sich dadurch im Alltag massiv eingeschränkt. Für Betroffene, deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist, können sowohl die Gebärmutterentfernung als auch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut eine Option sein.


Viele Frauen, die unter einer sehr starken Regelblutung (med.: Menorrhagie) leiden, fühlen sich dadurch im Alltag massiv eingeschränkt. Für Betroffene, deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist, können sowohl die Gebärmutterentfernung (med.: Hysterektomie) als auch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut (med.: Endometriumablation) eine Option sein.

Das internationale Forschungsnetzwerk Cochrane Collaboration hat beide Verfahren verglichen und die Ergebnisse 2013 in einer Metastudie zusammengefasst. Sie enthält unter anderem eine Untersuchung, bei der Frauen, die sich entweder einer Endometriumablation oder einer Hysterektomie unterzogen hatten, nach einem Jahr zum Erfolg ihrer Behandlung befragt wurden.

Nach der Verödung der Schleimhaut fielen bei 89 von 100 Frauen die Blutungen deutlich schwächer aus. Allerdings ließen sich 20 von 100 Frauen zwei Jahre nach dem Eingriff erneut operieren. Bei den Studienteilnehmerinnen, deren Gebärmutter entfernt worden war, hörten die Blutungen vollständig auf. Es kam jedoch nach dem Eingriff zu mehr Komplikationen als bei den Frauen, die sich für eine Endometriumablation entschieden hatten. 32 von 100 Frauen hatten nach einer Hysterektomie eine Blutvergiftung, Fieber oder brauchten eine Bluttransfusion. Bei der Endometriumablation waren es nur sechs von 100 Frauen.

Eine moderne Form der Endometriumablation ist die Goldnetz-Methode. Bei dem minimal-invasiven Verfahren wird die blutungsverursachende Gebärmutterschleimhaut durch Hitze verödet. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten. Bei mehr als 90 Prozent der Patientinnen sind die Blutungen nach dem Eingriff stark reduziert oder bleiben vollständig aus - ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität. Wichtige Voraussetzung: Die Familienplanung muss abgeschlossen sein, da eine Schwangerschaft nach dem Eingriff vermieden werden muss. Mehr Infos zur Methode unter www.starke-regelblutung.de.

Nach der Hysterektomie beträgt die Genesungszeit mehrere Wochen. Nach einer Endometriumablation haben die meisten Frauen nur geringe Beschwerden und sind bereits nach zwei bis fünf Tagen wieder fit für den Alltag. Deshalb sollten Frauen, die aufgrund einer starken Regelblutung eine Gebärmutterentfernung in Betracht ziehen, auf jeden Fall mit dem Frauenarzt die Vor- und Nachteile des Eingriffs gründlich gegeneinander abwägen.

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