Japans Regierungschef Abe bekräftigt Willen zu Gesprächen mit Nordkorea

Abe: Annäherung hängt von Frage entführter Japaner ab Bild: AFP

Japans Regierungschef Abe bekräftigt Willen zu Gesprächen mit Nordkorea

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bekräftigt. Seine Regierung habe Pjöngjang bereits 'über verschiedene Kanäle' kontaktiert, sagte Abe in einem Interview.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bekräftigt. Seine Regierung habe Pjöngjang bereits "über verschiedene Kanäle" kontaktiert, sagte Abe am Samstag in einem Fernsehinterview. Als Bedingung für eine mögliche Annäherung nannte er Fortschritte im Streit um nach Nordkorea verschleppte Japaner.

"Ich möchte einen Schritt nach vorne gehen und das Problem lösen, nachdem wir beide unser gegenseitiges Misstrauen überwunden haben", sagte Abe. In den 70er und 80er Jahren ließ Nordkorea nach japanischer Darstellung mindestens 17 Japaner entführen, um sie bei der Ausbildung seiner Spione einzusetzen. Für viele Japaner sind diese Entführungen ein emotionales Thema. Es belastet die Beziehungen zwischen beiden Ländern seit langem.

Abe hatte bereits öffentlich bekundet, dass er Kim zur Beilegung des Konflikts persönlich treffen würde. Kim soll sich bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Singapur ebenfalls offen für ein Treffen mit Abe gezeigt haben.

In dem Fernsehinterview deutete Abe auch an, dass Japan Nordkorea finanziell bei der atomaren Abrüstung helfen könne, in die Kim bei dem historischen Gipfel mit Trump in Singapur eingewilligt hatte. "Es ist klar, dass Japan und andere Länder, die davon profitieren, wenn die Angst vor Atomwaffen sinkt, Kosten übernehmen", sagte Abe. Auch diese Zusage knüpfte Japans Regierungschef allerdings an die Frage seiner verschleppten Landsleute.

Die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" berichtete außerdem, Japans Außenminister Taro Kono erwäge Gespräche mit seinem nordkoreanischen Kollegen am Rande eines Treffens des südostasiatischen Staatenverbands Asean in Singapur im Juli.

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