Afghanische Friedensaktivisten ziehen nach 700-Kilometer-Marsch in Kabul ein

Taliban mit Panzerfaust bei Feier am Wochenende Bild: AFP

Afghanische Friedensaktivisten ziehen nach 700-Kilometer-Marsch in Kabul ein

Nach einem 700 Kilometer langen Marsch durch Afghanistan haben Friedensaktivisten am Montag die Hauptstadt Kabul erreicht. Mehrere Dutzend Demonstranten liefen durch die Straßen der Stadt und skandierten Friedensparolen.

Nach einem 700 Kilometer langen Marsch durch Afghanistan haben Friedensaktivisten am Montag die Hauptstadt Kabul erreicht. Mehrere dutzend Demonstranten liefen durch die Straßen der Stadt und skandierten Friedensparolen. Für Afghanistan war der Friedensmarsch ein Novum. Er war nach einem Anschlag im März spontan aus Protestaktionen in der Unruheprovinz Helmand im Südafghanistan entstanden.

Zunächst wurden die Friedensmarschierer nicht ernst genommen, sie erwarben sich inzwischen aber großen Respekt der Öffentlichkeit. Sie fordern eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Regierung und Extremistengruppen, Friedensgespräche und einen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan. Ihre Botschaft wollten sie direkt der Regierung in Kabul überbringen, nachdem die radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräfte auf Provinzebene ihre Forderung nach einem Ende der Kämpfe ignoriert hatten.

"Wir wollen, dass unser Volk vereint für den Frieden einsteht und dass wir der nächsten Generation dieses Elend ersparen", sagte der Friedensmarschierer Mohammed Naiksad beim Einzug in Kabul dem Sender Tolo News. Die Regierung und die Taliban müssten "in Gottes Namen endlich einen Weg zu Frieden und Versöhnung finden".

Die Aussichten dafür stehen allerdings nicht gut: Am Sonntag ließen die Taliban eine dreitägige Waffenruhe auslaufen, die sie anlässlich des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan verkündet hatten. Die Regierung hatte angeboten, die Waffenruhe zu verlängern.

In der Nacht zu Montag wurden aus dem Osten und dem Süden Afghanistans Taliban-Angriffe auf Sicherheitskräfte gemeldet. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kam es seit der Beendigung der Waffenruhe am Sonntagabend durch die Taliban nur zu vereinzelten Kämpfen.

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