Gericht in Südkorea erklärt Töten von Hunden für Fleischgerichte für illegal

Hundefleischhändler in China Bild: AFP

Gericht in Südkorea erklärt Töten von Hunden für Fleischgerichte für illegal

In einem von Tierschützern als historisch bezeichneten Urteil hat ein Gericht in Südkorea erstmals das Töten von Hunden für Fleischgerichte als illegal eingestuft. Die Aktivisten hoffen nun auf ein Komplettverbot, Hundefarmbetreiber sind empört.

In einem von Tierschützern als historisch bezeichneten Urteil hat ein Gericht in Südkorea erstmals das Töten von Hunden für Fleischgerichte als illegal eingestuft. Die Entscheidung des Regionalgerichts in Bucheon werde den Weg für ein komplettes Verbot des Verzehrs von Hundefleisch ebnen, sagte die Anwältin Kim Kyung Eun von der Tierschutzorganisation Care am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Gerichte mit Hundefleisch gehören traditionell zur koreanischen Küche, kamen zuletzt aber zunehmend aus der Mode. Südkoreaner sehen Hunde inzwischen eher als Haustiere denn als Lebensmittel, für jüngere Generationen ist der Verzehr quasi tabu.

Rechtlich bewegt sich das Thema in dem Land in einer Grauzone. Das Essen von Hundefleisch ist nicht verboten, die Behörden griffen jedoch auf Hygienebestimmungen und Gesetze gegen grausame Schlachtmethoden zurück, um vor internationalen Großereignissen wie den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gegen Hundefarmen vorzugehen. Diese dienen gleichzeitig als Schlachthöfe für die gezüchteten Tiere.

In dem Prozess in Bucheon ging es um eine Klage von Care gegen den Betreiber einer Hundefarm. Die Organisation warf ihm vor, Tiere "ohne berechtigten Grund" zu töten sowie gegen Hygiene- und Bauvorschriften verstoßen zu haben. Dem stimmte das Gericht zu. Fleischverzehr sei rechtlich kein ausreichender Grund für das Töten von Hunden. Es verhängte eine Strafe in Höhe von 2300 Euro.

Der unterlegene Unternehmer verzichtete auf eine Berufung, sodass das Urteil rechtskräftig wurde. Die Entscheidung des Gerichts fiel bereits im April, die ausführliche Begründung veröffentlichte es allerdings erst in dieser Woche. Vertreter der Hundefarmbranche reagierten empört und forderten die Politik zur Klarstellung auf.

"Wir können kein Urteil akzeptieren, dass das Töten von Hunden zur Fleischerzeugung mit dem Töten eines Tieres aus einer bloßen Laune heraus auf eine Stufe stellt", sagte ein Sprecher im südkoreanischen Fernsehen. Die Regierung müsse für rechtliche Klarheit sorgen und den Verzehr von Hundefleisch legalisieren.

In Südkorea gibt es etwa 17.000 Hundefarmen, Schätzungen zufolge werden etwa eine Million Hunde pro Jahr verzehrt. "Auch Kühe, Schweine, Hühner und Enten werden gezüchtet, um sie zu essen", ergänzte der Sprecher der Züchter: "Warum nicht auch Hunde?"

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