Palästinensisches Protest-Schiff kurz nach Auslaufen aus Gaza aufgehalten

Aktivisten begleiten palästinensisches Schiff vor Gaza Bild: AFP

Palästinensisches Protest-Schiff kurz nach Auslaufen aus Gaza aufgehalten

Ein palästinensisches Schiff ist aus Protest gegen die Abriegelung des Gazastreifens von Gaza Richtung Zypern in See gestochen. Hunderte Menschen kamen am Dienstag zum Hafen der Stadt, als das Boot ablegte.

Ein palästinensisches Schiff ist aus Protest gegen die Abriegelung des Gazastreifens von Gaza in See gestochen - aber kurz darauf vom israelischen Militär abgefangen worden. Das Boot und die Passagiere an Bord würden durchsucht und dann zum Marine-Stützpunkt Aschdod gebracht, teilte das israelische Militär am Dienstag mit. Neun Menschen befanden sich an Bord des Protest-Schiffs, unter ihnen einige Studenten und auch vier verletzte Passagiere.

 "Wir sind entschlossen, die Seeblockade zu durchbrechen", hatte der Organisator Raed Abu Dair angekündigt. Hunderte Menschen waren zum Hafen von Gaza gekommen, als das Boot ablegte, wie ein AFP-Reporter berichtete. Ende Mai war bereits eine kleine palästinensische Flotte in See gestochen, um die Blockade zu durchbrechen. Sie wurde ebenfalls rasch aufgehalten.

Seit dem 30. März protestieren Bewohner des Gazastreifens entlang des Grenzzauns, der die Enklave von Israel trennt. Das israelische Militär reagierte mit Härte. Immer wieder gab es gewaltsame Zusammenstöße und zahlreiche Tote und Verletzte auf palästinensischer Seite.

Am Montag schloss Israel den einzigen Warenübergang in den Gazastreifen wegen anhaltender Angriffe von Palästinensern mit Brandsätzen. Außerdem begrenzte das Militär die Fischereizone auf sechs Seemeilen (rund elf Kilometer). Saisonbedingt verläuft die Begrenzung um diese Jahreszeit normalerweise neun Seemeilen vor der Küste.

Der Gazastreifen ist weitgehend abgeriegelt, seit dort 2007 die islamistische Hamas-Bewegung die Macht übernahm, welche den Staat Israel militärisch bekämpft. Die Schließung des letzten Warenübergangs dürfte die ohnehin prekäre Versorgungslage im Gazastreifen weiter verschlimmern. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind auf Hilfslieferungen angewiesen.

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