Nach verheerenden Unwettern überprüft Japans Regierung Katastrophenschutzpläne

Schwere Zerstörungen im japanischen Kumano Bild: AFP

Nach verheerenden Unwettern überprüft Japans Regierung Katastrophenschutzpläne

Die Zahl der Toten bei den verheerenden Regenfällen in Japan ist auf 179 gestiegen. Das sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Tokio. Berichten örtlicher Medien zufolge werden noch mehrere Dutzend Menschen vermisst.

Nach den verheerenden Regenfällen in Japan mit bereits fast 180 Toten will die Regierung ihre Katastrophenschutzpläne überarbeiten. Es müsse geprüft werden, durch welche Maßnahmen die Risiken durch Naturkatastrophen verringert werden könnten, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga am Mittwoch. Ministerpräsident Shinzo Abe sprach in den Katastrophengebieten mit Betroffenen. Durch Überschwemmungen und Erdrutsche waren in den vergangenen Tagen nach offiziellen Angaben mindestens 179 Menschen gestorben, weitere Menschen wurden vermisst.

"In den vergangenen Jahren haben wir viel schlimmere Schäden durch starke Regenfälle als in den vorherigen Jahren erlebt", sagte Regierungssprecher Suga. "Wir müssen prüfen, was die Regierung tun kann, um die Risiken zu verringern."

Suga sprach von mittlerweile mindestens 179 Todesopfern. Berichten örtlicher Medien zufolge wurden noch mehrere Dutzend Menschen vermisst. Es ist bereits jetzt die höchste Opferzahl durch Regenfälle in Japan seit mehr als drei Jahrzehnten.

Regierungschef Abe hatte wegen der Katastrophe eine Europa-Reise abgesagt und besuchte am Mittwoch einige von den mehr als 10.000 Menschen, die noch in Notunterkünften untergebracht waren. Der Regierungschef unterhielt sich mit Betroffenen, eine offizielle Erklärung gab er nicht ab.

Auch in der Okada-Grundschule in Kurashiki mussten etwa 300 Flutopfer übernachten, darunter die 40-jährige Hiroko Fukuda und ihr Mann. Seine Tochter brachte das Paar bei Verwandten unter, weil sie wegen des Traumas der Evakuierung nichts mehr gegessen habe, sagte Fukuda.

Für die Mutter ist es besonders schlimm, dass bei der Überflutung des Erdgeschosses ihres Hauses auch die Kinderfotos ihrer Tochter oder etwa ein Kimono für festliche Anlässe zerstört wurden, den ihre Tochter einst hätte tragen sollen. "Wir können es akzeptieren, Sachen wie Haushaltsgeräte zu verlieren, aber nicht Erinnerungen", sagte Fukuda mit erstickter Stimme.

Ende vergangene Woche hatten heftige Regenfälle im Zentrum und im Westen Japans Hochwasser und Erdrutsche ausgelöst. Mitunter wurden ganze Orte überschwemmt. Die Wasser- und Schlammmassen zerstörten Häuser und rissen Autos mit sich. Viele Einwohner, die den Evakuierungsaufforderungen nicht gefolgt waren, hatten auf Hausdächern auf ihre Rettung warten mussten. 

Knapp eine Woche nach Beginn der Katastrophe gibt es mittlerweile kaum mehr Hoffnung, noch Überlebende zu retten. Am Mittwoch wurden außerdem weitere Flutwarnungen ausgegeben. Weil ein kleiner See über die Ufer zu treten drohte, wurden die Anwohner in der Stadt Fukuyama in der Präfektur Hiroshima aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Auch in der Stadt Fuchu wurden Überschwemmungen durch einen Hochwasser führenden Fluss befürchtet.

Nach Angaben der Behörden bestand wegen des durchnässten Bodens auch weiterhin die Gefahr von Erdrutschen. Abgesehen davon machten hohe Temperaturen von bis zu 35 Grad den Menschen zu schaffen, die sich wegen der Katastrophe in Notunterkünften oder überschwemmten Häusern ohne Wasser- und Stromversorgung aufhalten. 

Regierungssprecher Suga warnte, es stünden "sonnige und heiße Tage" bevor. Er appellierte an "Menschen, die evakuiert wurden, und diejenigen, die Reparaturarbeiten vornehmen, vorsichtig zu sein, um Hitzschläge zu vermeiden."

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