Taliban attackieren afghanische Stadt Ghasni

Taliban-Angriff auf Ghasni im Südosten Afghanistans Bild: AFP

Taliban attackieren afghanische Stadt Ghasni

Die radikalislamischen Taliban haben einen großangelegten Angriff auf die Stadt Ghasni in der gleichnamigen Provinz im Südosten des Landes geführt. Behördenvertreter und Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen mit Sicherheitskräften.

Die radikalislamischen Taliban haben einen großangelegten Angriff auf die Stadt Ghasni in der gleichnamigen Provinz im Südosten des Landes geführt. Behördenvertreter und Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen mit Sicherheitskräften. Die Regierung behielt jedoch die Kontrolle über die Stadt, wie die US-Streitkräfte in dem Land am Freitag erklärten. Sie unterstützten das afghanische Militär nach eigenen Angaben mit Luftangriffen. Der Chef eines Krankenhauses sprach von mindestens 16 Toten, unter ihnen 14 Soldaten.

Auch mindestens acht Zivilisten und 25 Sicherheitskräfte wurden demnach verletzt. Arif Nuri, ein Sprecher des Provinzgouverneurs, hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor gesagt, mindestens ein afghanischer Soldat sei getötet und mehrere weitere verletzt worden. Häuser und Armee-Kontrollpunkte seien mit Mörsern attackiert worden, sagte Nuri. In den Straßen seien Leichen dutzender Taliban-Kämpfer zu sehen.

Nach Polizeiangaben begann der Angriff am späten Donnerstagabend von mehreren Positionen rund um die Stadt aus, die nur etwa zwei Stunden von der Hauptstadt Kabul entfernt ist. Nach Angaben eines afghanischen Sicherheitsvertreters bezogen Spezialeinheiten der Polizei Stellung, um ein Vorrücken der Taliban zu verhindern.

Die US-Streitkräfte in dem Land teilten über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit, sie hätten am Freitag zu Unterstützung der afghanischen Regierung Luftangriffe gestartet. "Ein weiterer gescheiterter Versuch der Taliban, Gebiet einzunehmen", hieß es. Einer ihrer Sprecher gab an, die Kämpfe hätten am Freitagmorgen aufgehört. Nur wenige afghanische Sicherheitskräfte seien getötet worden. 

Ein AFP-Reporter hörte allerdings am Nachmittag weiterhin Schüsse automatischer Waffen. Behörden riefen die Bewohner auf, in ihren Wohnungen zu bleiben.

"Wir haben Angst um unser Leben", sagte der Ladenbesitzer Mohammed Haleem. Demnach seien überall in der Stadt und rundherum Taliban-Kämpfer. Ein Bewohner namens Jasan schrieb bei Facebook: "Es sind schwere Explosionen und Gewehrfeuer zu hören, wir sind in Panik." 

In Ghasni nahm die Präsenz der Taliban in den vergangenen Monaten stark zu. Derartige Angriffe habe es aber noch nicht gegeben, berichteten Bewohner.

Die Taliban selbst erklärten in einer Mitteilung, sie hätten "die meisten der Regierungsgebäude in der Stadt" eingenommen. "140 Kräfte der Feinde" seien "getötet oder verletzt" worden.

Präsident Ashraf Ghani hatte den Taliban Ende Februar Friedensgespräche angeboten. Die Taliban gingen nicht offiziell auf das Angebot ein. Im vergangenen Monat fanden dann Gespräche zwischen den Taliban und US-Vertretern statt.

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