Bahnverkehr normalisiert sich nach Durchzug von Unwetterfront schrittweise

Beschädigte Autos in Hamburg Bild: AFP

Bahnverkehr normalisiert sich nach Durchzug von Unwetterfront schrittweise

Nach dem Durchzug einer Unwetterfront hat sich der gestörte Bahnverkehr in Norddeutschland am Freitag schrittweise wieder normalisiert. Am Nachmittag waren die Fernstrecken zwischen Hamburg und Hannover sowie Puttgarden und Kopenhagen wieder frei.

Nach dem Durchzug einer Unwetterfront hat sich der gestörte Bahnverkehr in Norddeutschland am Freitag schrittweise wieder normalisiert. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurden die Fernstrecken zwischen Hamburg und Hannover sowie Puttgarden und Kopenhagen am frühen Nachmittag wieder freigegeben, die Strecke zwischen Hamburg und Bremen sollte folgen. Bundesweit hatten Gewitterzellen mit Sturm und Starkregen am Donnerstag teilweise erhebliche Schäden verursacht.

Die Böen stürzten Bäume um und wirbelten Hindernisse durch die Luft. In Hamburg wurden nach Polizei-Angaben vom Donnerstag zwei Jugendliche im Alter von 15 und 18 Jahren von einem umstürzenden Baum eingeklemmt. Sie kamen verletzt in ein Krankenhaus. Auf der Alster kenterte ein Segelboot, die Segler wurden aber unverletzt gerettet. Insgesamt zählten die Beamten knapp 330 Wettereinsätze.

Im thüringischen Gerstungen deckte der Sturm die Dächer eines Einkaufszentrums und mehrerer weiterer Häuser teilweise ab. Wie die Polizei mitteilte, trafen Dachziegel und Holzlatten knapp 20 Autos. Auch im thüringischen Gera wurden Dächer abgedeckt. In Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz zählte die Polizei 40 Autos, die durch Äste und andere herumfliegende Trümmer beschädigt wurden.

Betroffen war auch Nordrhein-Westfalen. Allein die Leitstelle im Kreis Soest zählte am Donnerstag 250 Notrufe. Im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg meldete die Feuerwehr auch einzelne überflutete Keller und Straßen. Bundesweit mussten Einsatzkräfte immer wieder Bäume und Äste von Straßen entfernen. Autofahrer kollidierten mit plötzlich auftauchenden Hindernissen. 

Wegen der Unwetter hatte die Bahn am Donnerstag viele Strecken geschlossen. In Bahnhöfen in Dortmund, Hamm oder Berlin stellte sie Aufenthaltszüge für Menschen bereit, die ihre Reise nicht fortsetzen konnten. Am Freitag wurden die blockierten Strecken nach und nach geräumt. Die Verbindungen von Amsterdam in Richtung Hannover und Hamburg nach Hannover waren nachmittags wieder frei. 

Züge zwischen Hannover und Berlin fuhren ebenfalls, wurden aber wegen Schäden an der Strecke weiter über Braunschweig umgeleitet, was zu Verspätungen führen sollte. Die Strecke von Hamburg in Richtung Bremen und Dortmund sollte voraussichtlich vom späteren Nachmittag an wieder freigegeben werden, wie die Bahn mitteilte. 

Die Gewitterfront hatte zwischenzeitlich auch den Flugverkehr am Flughafen von Frankfurt am Main gestoppt, dieser wurde aber schon nach 30 Minuten wieder aufgenommen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) wurden in deren Verlauf teilweise Böen in Orkanstärke gemessen - etwa im schleswig-holsteinischen Büsum mit 140 Stundenkilometern und in Hannover mit 112 Stundenkilometern.

In der Nacht ließen die Gewitter rasch nach. Sie brachten nach einer Phase extremer Hitze zugleich etwas Abkühlung. Der DWD erwartete für Samstag zwischen 19 Grad und 27 Grad, dazu gebietsweise vorübergehend auch Schauer, stärkeren Wind und vereinzelte Gewitter. Großflächige Unwettergefahr bestand nicht.

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