Lawrow und Cavusoglu verurteilen US-Sanktionen gegen Russland und die Türkei

Lawrow (l.) und Cavusoglu in Ankara Bild: AFP

Lawrow und Cavusoglu verurteilen US-Sanktionen gegen Russland und die Türkei

Die Außenminister der Türkei und Russlands haben die gegen ihre Länder verhängten US-Sanktionen scharf verurteilt. 'Die Zeit der Schikanen muss enden', sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow.

Die Außenminister der Türkei und Russlands haben die gegen ihre Länder verhängten US-Sanktionen scharf verurteilt. "Die Zeit der Schikanen muss enden", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Dienstag laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Wenn die USA weiter ein "achtbares Land" sein wollten, müssten sie dieses Vorgehen beenden.

Cavusoglu betonte bei der Pressekonferenz in Ankara die Bedeutung einer stabilen und starken türkischen Wirtschaft für Europa und warnte, so wie die US-Sanktionen nun die Türkei getroffen hätten, könnten sie demnächst eines der EU-Länder treffen. Lawrow sagte, die "illegalen und illegitimen" US-Sanktionen könnten nicht lange Bestand haben. Er begrüßte die Unterstützung der Türkei gegen die von den USA gegen Russland verhängten Sanktionen.

Die USA hatten kürzlich Sanktionen gegen Russland wegen dessen mutmaßlicher Verwicklung in den Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien angekündigt. Auch verhängte die US-Regierung im Fall des in der Türkei inhaftierten US-Pastors Andrew Brunson Anfang August Sanktionen gegen zwei türkische Minister. Vergangenen Freitag wurden zudem die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte verdoppelt.

Bei dem Treffen von Lawrow und Cavusoglu ging es auch um die Situation in der syrischen Provinz Idlib. Cavusoglu sagte, in Idlib seien Terrorgruppen aktiv, die eine Gefahr für Zivilisten und Rebellen darstellten. "Da die moderaten Oppositionsgruppen und die Bevölkerung über diese Terroristen sehr beunruhigt sind, müssen wir alle gemeinsam gegen sie kämpfen", sagte Cavusoglu. Ein wahlloses Bombardement komme aber einem "Massaker" gleich.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad ist entschlossen, auch Idlib zurückzuerobern, und hat kürzlich begonnen, Stellungen der Rebellen dort zu bombardieren. Sein Verbündeter Russland hat sich dagegen gegen eine Offensive zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Die Türkei will eine Offensive auf jeden Fall verhindern, betrachtet aber auch das Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham als Gefahr, das große Teile von Idlib kontrolliert. 

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