Israelischer Journalist und Friedensaktivist Avnery 94-jährig gestorben

Uri Avnery und Jassir Arafat im Mai 2002 in Ramallah Bild: AFP

Israelischer Journalist und Friedensaktivist Avnery 94-jährig gestorben

Der israelische Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Wegen seines Eintretens für die Palästinenser und seiner Krikik an Israels Besatzungspolitik war er im eigenen Land heftig umstritten.

Der israelische Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren in der Nacht zum Montag, wie das Ischilov-Krankenhaus in Tel Aviv mitteilte. Der in Israel wegen seines Treffens mit PLO-Chef Jassir Arafat in den 80er Jahren heftig umstrittene Avnery war dort vor mehr als einer Woche wegen eines Gehirnschlags eingeliefert worden.

Der 1923 als Helmut Ostermann im westfälischen Beckum geborene Avnery wanderte nach der Machtübernahme der Nazis mit seiner jüdischen Familie in das britische Mandatsgebiet Palästina aus. Anfangs ein glühender Zionist, gehörte er vorübergehend der ultranationalistischen Untergrundorganisation Irgun an, die Anschläge gegen die britische Mandatsmacht verübte.

Im ersten Nahostkrieg von 1948 kämpfte Avnery in der israelischen Armee und wurde schwer verletzt. 1950 gründete er die Wochenzeitung "Haolam Haze", die sich kritisch mit der israelischen Politik auseinandersetzte. Er musste sich der Zensur und heftiger persönlicher Angriffe erwehren. Ab 1965 war er zehn Jahre lang Abgeordneter der Knesset.

Sein Treffen mit Arafat im Juli 1982 in der damals von Israels Armee belagerten libanesischen Hauptstadt Beirut löste im israelischen Establishment wütende Proteste aus. Avnery setzte sich für einen Palästinenserstaat in friedlicher Koexistenz mit dem Staat Israel ein. Auch für die Rückkehr der um 1948 aus ihrer Heimat vertriebenen Palästinenser setzte er sich ein.  

Anfang der 90er Jahre gründete er mit seiner 2011 gestorbenen Frau Rachel die Friedens- und Menschenrechtsgruppe Gusch Schalom (Friedensblock). Sie wurde 2001 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es, die Gruppe habe sich "selbst unter gefährlichen und schwierigen Umständen" um Frieden, Gerechtigkeit, Versöhnung und die Beendigung des Terrorismus verdient gemacht.

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