Experte: Jede vierte heimische Pilzart gefährdet

Pfifferlinge werden zum Verkauf angeboten Bild: AFP

Experte: Jede vierte heimische Pilzart gefährdet

Jede vierte heimische Pilzart ist durch die intensive Land- und Forstwirtschaft gefährdet. 'Einige Pilze wie Pfifferlinge und Wiesenchampignons findet man deutlich weniger als noch vor 50 Jahren', sagte Marco Thines, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Jede vierte heimische Pilzart ist durch die intensive Land- und Forstwirtschaft gefährdet. "Einige Pilze wie Pfifferlinge und Wiesenchampignons findet man deutlich weniger als noch vor 50 Jahren", sagte Marco Thines, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM), der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag.

In landwirtschaftlich besonders intensiv genutzten Regionen wie zum Beispiel Niedersachsen seien das offene Grünland und damit auch der Pilzbestand auf naturnahen Wiesen binnen 60 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen. Eine deutlich geringere Pilzartenvielfalt gebe es auch in forstlich intensiv genutzten Wäldern, die alle 20 bis 30 Jahre durchgeforstet würden. Die Pilze bräuchten meist mehrere Jahrzehnte, um sich in einer veränderten Umgebung wieder zu etablieren, sagte Thines.

Der Verbandschef rief die Verbraucher auf, Pilze zu schonen. Pro Erwachsener und Tag sollte höchstens ein Kilogramm gesammelt werden. Pilze seien für den Erhalt vieler Insekten- und Käferarten äußerst wichtig, sagte Thines. "Werden sie weniger, dezimiert das auch die Nahrung und den Lebensraum für Insekten."

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