Rauchen beeinflusst die Gene

mp Groß-Gerau - Rauchen soll auch Einfluss auf unsere Gene haben. Free-Photos / pixabay.com

Rauchen beeinflusst die Gene

Dass Rauchen das Risiko vieler Krankheiten erhöht, ist hinreichend bekannt. Doch die Glimmstengel haben noch andere Auswirkungen auf unseren Körper. Zum Beispiel können sie die Gene beeinflussen.


Dass Rauchen das Risiko vieler Krankheiten erhöht, ist hinreichend bekannt. Doch die Glimmstengel haben noch andere Auswirkungen auf unseren Körper. Das jedenfalls meinen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Demnach wird das Gen für einen Rezeptor, der an Entzündungen und der Neubildung von Blutgefäßen beteiligt ist, bei Rauchern häufiger abgelesen als bei Nichtrauchern.

Die gute Nachricht ist, dass sich dieser Prozess wieder umkehren lässt. Wer mit dem Rauchen aufgehört hatte, wies nach einiger Zeit auch wieder eine geringere Aktivität des GPR15-Gens auf. Bei Personen, die unvermindert weitergeraucht hatten, blieb die Aktivität des Gens jedoch unverändert hoch.

GPR15 ist sowohl an der Neubildung von Blutgefäßen, als auch an Entzündungsvorgängen beteiligt. Seine genaue Rolle bei diesen Vorgängen versteht man aber noch nicht. Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zum Teil werden die Erkrankungen durch Entzündungsvorgänge verursacht. Die Regulation und Funktion von GPR15 im Herz-Kreislauf-System zu untersuchen, ist daher sehr interessant, urteilten die Wissenschaftler.

Zu Beginn der Untersuchungen war bereits bekannt, dass eine chemische Veränderung an einer bestimmten Region im GPR15-Gen mit dem Rauchen verknüpft ist. Dabei handelt es sich um eine Methylierung, also das Anhängen einer kleinen Methylgruppe an bestimmte Bausteine der Erbsubstanz. Diese kleinen Veränderungen können beeinflussen, wie stark verpackt und damit wie aktiv bestimmte DNA-Abschnitte sind. Wenn man mit dem Rauchen wieder aufhört, nimmt die Methylierung an diesen Regionen stetig zu, parallel zur sinkenden Aktivität des GPR15-Gens.

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