Fünf Tote durch heftige Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens

Überschwemmungsschäden in der Stadt Nabeul Bild: AFP

Fünf Tote durch heftige Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens

Die Zahl der Todesopfer bei Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens ist am Sonntag auf mindestens fünf gestiegen. Ein 16-Jähriger sei in der Stadt Bouargoub durch einen Stromschlag getötet worden, erklärte das Innenministerium.

Bei plötzlichen Überschwemmungen im Nordosten Tunesiens sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In der Stadt Bouargoub, etwa 45 Kilometer südöstlich von Tunis, starb am Sonntag ein 16-Jähriger durch einen Stromschlag, wie das Innenministerium erklärte. Zuvor waren bereits zwei Frauen und zwei Männer umgekommen. In einigen Gegenden stiegen die Pegelstände nach Rekordregenfällen um 1,70 Meter. Zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt.

Nach Angaben des Innenministeriums kamen in Bouargoub zwei Schwestern im Alter von 21 und 24 Jahren ums Leben, als sie nach ihrer Schicht in einer Fabrik von den Wassermassen mitgerissen wurden. Ein 60-jähriger Einwohner ertrank demnach am Samstag in der Nähe der Stadt Takilsa. Eine weitere männliche Leiche wurde später nahe dem Touristenort Hammamet geborgen. 

Auch das Zentrum der Provinzhauptstadt Nabeul stand am Samstag unter Wasser. Videos in den sozialen Online-Netzwerken zeigten, wie die Fluten Autos und abgebrochene Straßenteile mit sich rissen. 

Bei dem Unwetter fielen 200 Milliliter Regen auf Nabeul und bis zu 225 Milliliter auf die Stadt Beni Khalled, wie Tunesiens Nationales Meteorologie-Institut mitteilte. Demnach handelte es sich um die schwersten Regenfälle in so kurzer Zeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995. So viel Regen fällt in Tunesien normalerweise binnen etwa eines halben Jahres.

Moncef Barouni, ein Bewohner von Nabeul, sagte, die Wassermassen hätten innerhalb weniger Minuten den Zaun um sein Haus weggespült, "dann den Heizungsraum, die Sommerküche und einen Teil des Wohnzimmers". "Ich hatte Angst um mein Leben", berichtete Barouni.

Augenzeugen führten die Überschwemmungen auf die Verschmutzung von Trockentälern zurück - diese sollen eigentlich bei starken Regenfällen den Abfluss des Wassers ermöglichen. Allerdings werden sie nicht instand gehalten, viele sind voller umgestürzter Bäume, Müll und Schutt. Auf Cap Bon demonstrierten daher vereinzelt aufgebrachte Bürger.

Tunesiens Regierungschef Youssef Chahed reiste in die betroffenen Gebiete und rief die Menschen dazu auf, Ruhe zu bewahren. Am wichtigsten sei es, die Straßen wieder befahrbar zu machen und den Betroffenen zu helfen, sagte er dem Radiosender Mosaïque FM. "Es gibt immer noch Regionen, die von der Außenwelt abgeschnitten sind."

Heftige Gewitter hatten seit Mitte vergangener Woche zu Überflutungen und Schäden an Häusern und Straßen in Tunesien geführt. Am Sonntag besserte sich die Wetterlage. Einige Schulen in der Region ließen den Unterricht am Montag allerdings ausfallen.

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