Saudi-Arabien will humanitäre Korridore im Jemen einrichten

Hilfslieferung in Jemens Hauptstadt Sanaa Bild: AFP

Saudi-Arabien will humanitäre Korridore im Jemen einrichten

Angesichts der verheerenden Situation der Zivilbevölkerung im Jemen hat die Militärkoalition um Saudi-Arabien angekündigt, humanitäre Korridore für Hilfslieferungen zu öffnen. Sie sollen zwischen den Städten Hodeida und Sanaa eingerichtet werden.

Angesichts der verheerenden Situation der Zivilbevölkerung im Jemen hat die Militärkoalition um Saudi-Arabien angekündigt, humanitäre Korridore für Hilfslieferungen zu öffnen. Die Koalition arbeite dazu mit dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) zusammen, sagte der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki, am Montag in Riad. Die drei geplanten Korridore sollen demnach zwischen der Hafenstadt Hodeida am Roten Meer und der Hauptstadt Sanaa eingerichtet werden.

Maliki nannte kein Datum für die Eröffnung der Korridore, die nach seinen Angaben täglich zwischen 06.00 Uhr und 18.00 Uhr zwischen den beiden Rebellenhochburgen geöffnet werden sollen. 

Ein Sprecher von Ocha bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Organisation "Diskussionen" mit der Koalition und anderen Akteuren führe über die Einrichtung "sicherer und zuverlässiger Wege von Hodeida aus". 

Die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geführte Militärkoalition unterstützt seit 2015 im jemenitischen Bürgerkrieg die Armee von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Die Rebellen werden vom Iran unterstützt. Die Koalition startete im Juni eine Großoffensive zur Rückeroberung von Hodeida. 

Der 2014 begonnene Krieg, in dem bereits rund 10.000 Menschen getötet wurden, hat im Jemen nach UN-Angaben zur schwersten humanitären Krise der Welt geführt. Die Organisation Save the Children warnte vergangene Woche vor einer schweren Hungersnot, von der allein mehr als fünf Millionen Kinder betroffen sein könnten. 

Der Koalition um Saudi-Arabien wurde immer wieder vorgeworfen, mit ihren Luftangriffen für zivile Opfer verantwortlich zu sein und Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung zu behindern. 

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