Tarifverhandlungen bei der Bahn starten mit Zuversicht beider Seiten

Lokführer in einem ICE Bild: AFP

Tarifverhandlungen bei der Bahn starten mit Zuversicht beider Seiten

Mit einer über 30 Mitglieder starken Verhandlungsdelegation und dutzenden Forderungen ist die Gewerkschaft EVG am Donnerstag in die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn gegangen.

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG sind am Donnerstag mit Zuversicht in die erste Runde der Tarifverhandlungen gegangen. Die Forderungen der EVG seien "in sehr sachlicher und konstruktiver Atmosphäre" besprochen worden, erklärte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler anschließend. Die EVG erklärte, es sei ihr Ziel, bis zum Jahresende eine Einigung zu erzielen. Am Freitag verhandelt die Bahn dann mit der Lokführergewerkschaft GDL.

Der Katalog der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) umfasst 37 Forderungen. Genauso wie die GDL fordert die Gewerkschaft 7,5 Prozent mehr Geld und den Ausbau eines 2016 vereinbarten Wahlmodells, bei dem Beschäftigte zwischen Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub wählen können. In der Auftaktrunde sei bereits deutlich geworden, dass die Forderung zum Wahlmodell "beim Arbeitgeber auf Vorbehalte stößt", erklärte die Gewerkschaft.

Ziel sei es dennoch, die Tarifverhandlungen bis zum Jahresende zu einem "erfolgreichen Ende" zu bringen, erklärte Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. "Das ist ein ambitioniertes Ziel, aus unserer Sicht aber machbar." Neben höheren Löhnen und den Fragen zum Wahlmodell geht es unter anderem um Forderungen wie ein höherer Unternehmensanteil an der betrieblichen Altersvorsorge seitens der EVG und eine Erhöhung der Zuschläge seitens der GDL.

Die Bahn strebt bei den Verhandlungen gleiche Ergebnisse für gleiche Berufsgruppen an. Wichtig sei, am Ende ein "gutes Gesamtpaket" zu schnüren, erklärte Personalvorstand Seiler. Er habe dabei den Eindruck, dass beide Seiten an einem "zügigen Verhandlungsergebnis interessiert sind". Die nächsten Verhandlungen mit der EVG finden Ende Oktober statt.

Am Freitag verhandelt die Bahn aber zunächst weiter mit der GDL. Insgesamt geht es in den Verhandlungen um rund 160.000 Beschäftigte. GDL-Chef Claus Weselsky sagte dem Deutschlandfunk mit Blick auf die anstehenden Gespräche, seine Gewerkschaft sei "nicht auf Krawall gebürstet" und wünsche sich eine Verständigung "auf dem Verhandlungswege". Er verteidigte zudem die Forderung nach einem Lohnplus von 7,5 Prozent: Die Bahn sei "nicht arm", sagte Weselsky.

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