Drei Deutsche bei Unwetter auf Mallorca ums Leben gekommen

Aufräumen in Sant Llorenç des Cardassar Bild: AFP

Drei Deutsche bei Unwetter auf Mallorca ums Leben gekommen

Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind auch drei Deutsche getötet worden. Ein deutsches Paar und ein Journalist der 'Neuen Presse' sind unter den insgesamt zwölf Todesopfern, wie die spanischen Behörden mitteilten.

Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind auch drei Deutsche getötet worden. Ein deutsches Paar und ein Journalist der "Neuen Presse" sind unter den insgesamt zwölf Todesopfern, wie die spanischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Das Paar starb nahe der Ortschaft Artà im Nordosten der Urlaubsinsel. Der Reporter Andreas Körlin verunglückte während einer Autofahrt zum Flughafen in Palma. 

Heftiger Regen hatte am Dienstagabend den Nordosten der spanischen Urlaubsinsel heimgesucht. Binnen weniger Stunden fielen rund 220 Liter Regen pro Quadratmeter, Häuser wurden geflutet, Autos weggespült. Unter den Todesopfern sind auch ein britisches Paar und eine Niederländerin. 

Die drei Deutschen wurden nach dem Unwetter als vermisst gemeldet. Am Donnerstag wurden die Befürchtungen dann traurige Gewissheit: Der Notdienst der Balearen bestätigte, dass es sich bei einem tot aufgefundenen Paar um zwei Deutsche handelte. Rettungskräfte hatten die Leichen des Mannes und der Frau in der Nähe der Ortschaft Artà entdeckt, wo zuvor das verlassene Auto des Paares gefunden worden war.

Ein Sprecher der Guardia Civil bestätigte am Donnerstagabend außerdem den Tod des deutschen Journalisten. Der 57-jährige Andreas Körlin arbeitete für die "Neue Presse" aus Hannover. Nach Angaben der Zeitung war Körlin während seines Urlaubs auf der Mittelmeerinsel am Dienstag von dem Unwetter überrascht worden. 

Er sei an jenem Tag im Auto auf dem Weg zum Flughafen von Palma gewesen, um dort eine Bekannte abzuholen, berichtete die "Neue Presse". Dabei passierte Körlin den Angaben zufolge auch den Ort Sant Llorenç des Cardassar, der am schwersten von dem Unwetter betroffen war. Er war seitdem nicht mehr erreichbar gewesen. Sein Leichnam wurde schließlich am Donnerstag identifiziert. 

In Sant Llorenç des Cardassar, wo sich ein Bach in kürzester Zeit in einen reißenden Fluss verwandelt hatte, suchten hunderte Rettungskräfte am Donnerstag noch nach einem vermissten Jungen. Der Fünfjährige, seine Mutter und seine Schwester wurden im Auto von den Fluten überrascht. Örtlichen Medien zufolge konnte die Frau noch ihre Tochter retten, bevor sie vom Wasser mitgerissen wurde und starb; von dem Jungen fehlte zunächst weiterhin jede Spur.

Das ältere britische Paar wurde in einem Taxi auf dem Weg zum Hotel von den Fluten mitgerissen. Der Taxifahrer kam dabei ebenfalls ums Leben. 

In Sant Llorenç des Cardassar liefen die Aufräumarbeiten am Donnerstag auf Hochtouren. Soldaten schaufelten die dicken Schlammschichten von den Straßen. Einwohner versuchten, ihre Häuser von den Spuren der Flut zu reinigen und die Schäden zu beheben. Spuren des Unwetters waren an Häuserwänden in bis zu drei Metern Höhe zu sehen. 

Bei den Aufräumarbeiten packte auch der aus der Region stammende Tennis-Star Rafael Nadal mit an. Später legte er gemeinsam mit anderen Trauernden in seiner Tennisschule im benachbarten Manacor eine Schweigeminute ein. 

Die Regionalregierung der Balearen hatte zuvor eine dreitägige Trauer angeordnet. Madrid versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Der spanische König Felipe VI. und seine Frau Letizia kündigten für Freitag einen Besuch in der Unglücksregion an.

Unterdessen wuchs die Kritik an den Behörden. Viele Einwohner klagten über fehlende Unwetterwarnungen. Nach Auffassung der Zeitung "El País" zeigt die "Tragödie" schwere Fehler "bei der Koordinierung und Stadtplanung" auf. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Ecologistas en Acción hätte sich die "Tragödie von Sant Llorenç vermeiden lassen, wäre das Bauverbot für Überschwemmungsgebiete respektiert worden".

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