Hebammen sollen künftig an Hochschulen ausgebildet werden

Ein Baby klammert sich am Daumen einer Hebamme fest. Bild: AFP

Hebammen sollen künftig an Hochschulen ausgebildet werden

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Geburtshilfe zu einem akademischen Beruf machen. 'Die Anforderungen an Geburtshilfe steigen ständig', sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben) zur Begründung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Geburtshilfe zu einem akademischen Beruf machen. "Die Anforderungen an Geburtshilfe steigen ständig", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. Statt wie bisher an Schulen ausgebildet zu werden, sollen Hebammen und Entbindungspfleger zukünftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden. Der Deutsche Hebammenverband sowie SPD und Grüne begrüßten Spahns Ankündigung. 

"Hebammen helfen beim Start ins Leben", sagte der Gesundheitsminister. "Dafür brauchen sie die bestmögliche Ausbildung - theoretisch und praktisch." Spahn setzt damit auch eine EU-Richtlinie um, nach der die Ausbildung für das Berufsfeld bis Anfang 2020 reformiert sein muss. Duale Studiengänge, wie sie Spahn für die Hebammen vorsieht, verknüpfen Vorlesungen und Seminare an einer Hochschule mit praktischer Arbeit, Studierende erwerben am Ende des Studiums einen Bachelor-Abschluss.

"Der Hebammenberuf hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt und Hebammen arbeiten sehr eigenständig", erklärte der Hebammenverband. "Eine bestmögliche Ausbildung durch ein Studium ist deshalb notwendig und gewährleistet auch zukünftig eine hohe Qualität in der Geburtshilfe." Es müsse einen raschen Start der Neuregelungen und eine gut gestaltete Übergangszeit geben. 

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, erklärte: "Es ist gut, dass sich Gesundheitsminister Spahn endlich um die Hebammenausbildung kümmern will." Es bleibe nicht mehr viel Zeit, da die Vorgaben für die akademische Ausbildung dann auch noch in jeweiliges Landesrecht umgesetzt werden müssten.

Die Grünen-Gesundheitsexpertin Kirsten Kappert-Gonther bezeichnete die Akademisierung der Hebammenausbildung als "überfällig". Die Bundesregierung habe die Reform "jahrelang vertrödelt", jetzt dürfe es kein halbherziger Schnellschuss werden. Die Expertise erfahrener Hebammen müsse in die akademische Ausbildung einfließen. Spahn müsse für bessere Arbeitsbedingungen in den Kreißsälen sorgen. "Zudem muss dringend die Vergütung für natürliche Geburten angehoben werden", forderte sie.

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