UN-Sondergesandter plant baldige Friedensgespräche für den Jemen in Schweden

UN-Sondergesandter für den Jemen, Martin Griffiths (r.) Bild: AFP

UN-Sondergesandter plant baldige Friedensgespräche für den Jemen in Schweden

Unter Vermittlung der Vereinten Nationen sollen die Konfliktparteien im Jemen in Kürze Friedensgespräche in Schweden führen. Sowohl die jemenitische Regierung als auch die Huthi-Rebellen seien dazu bereit, sagte der UN-Sondergesandte Martin Griffiths.

Unter Vermittlung der Vereinten Nationen sollen die Konfliktparteien im Jemen in Kürze Friedensgespräche in Schweden führen. Er habe sowohl von der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung als auch von den Huthi-Rebellen erneut die Zusicherung erhalten, dass sie zu Gesprächen über eine Beendigung des Bürgerkriegs bereit seien, sagte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, am Freitag dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Daher plane er, die Konfliktparteien "in Kürze zu versammeln und dies in Schweden zu tun". "Ich denke, dass wir kurz davor sind, die Probleme zu lösen, um dies möglich zu machen." Kommende Woche will Griffiths in die von den Huthi-Rebellen kontrollierte Hauptstadt Sanaa reisen, um die Friedensgespräche abschließend zu vereinbaren. Er bot überdies an, gemeinsam mit der Huthi-Delegation nach Schweden zu reisen, "wenn das erforderlich ist".

Die jemenitische Regierung hat sich laut Griffiths zu Zugeständnissen bereit erklärt, um die Friedensgespräche zu ermöglichen, darunter Ausreiseerlaubnisse für Verletzte aus Sanaa. Außerdem stehe die Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs zwischen den Konfliktparteien kurz bevor. "Das ist ein entscheidender Moment für den Jemen", sagte der UN-Gesandte und warnte zugleich, eine erneute Gewalteskalation würde die Friedensbemühungen gefährden.

Im September waren Friedensgespräche zwischen Huthi-Rebellen und jemenitischer Regierung gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Anders als die Regierungsdelegation waren die Huthi-Rebellen gar nicht erst zu den Gesprächen in Genf angereist. Sie warfen dem Regierungslager vor, ihre Bedingungen für eine Teilnahme nicht vollauf erfüllt zu haben. Dazu zählte auch eine Garantie, nach den Friedensgesprächen in Genf nach Sanaa zurückkehren zu können.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Als Folge des Konflikts leiden nach UN-Angaben acht Millionen Einwohner unter Lebensmittelengpässen, insgesamt 14 Millionen Menschen im Jemen sind demnach von Hungersnöten bedroht.

Die britische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Karen Pierce, kündigte für Montag an, dem UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zur Krise im Jemen vorzulegen. Dieser solle die UN-geführten Friedensgespräche unterstützen und humanitären Zugang zu der notleidenden Bevölkerung im Jemen einfordern. Wann über die Resolution abgestimmt werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Aus Diplomatenkreisen hieß es jedoch, die Vorlage könne schnell angenommen werden.

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