Zwei Tote bei Anschlag auf Polizeihauptquartier im Südosten des Iran

Zwei Tote bei Anschlag im Südosten des Iran Bild: AFP

Zwei Tote bei Anschlag auf Polizeihauptquartier im Südosten des Iran

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Polizei im unruhigen Südosten des Iran sind am Donnerstag mindestens zwei Menschen getötet worden. Außenminister Sarif machte 'vom Ausland unterstützte Terroristen' verantwortlich.

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Polizei im unruhigen Südosten des Iran sind am Donnerstag mindestens zwei Menschen getötet worden. Wie der Vize-Gouverneur der Provinz Sistan und Balutschistan im Staatsfernsehen sagte, wurden bei dem "Terrorakt" vor dem Hauptquartier der Polizei in der Hafenstadt Tschabahar zwei Polizisten getötet. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif machte "vom Ausland unterstützte Terroristen" verantwortlich.

Vize-Gouverneur Mohammed Hadi Maraschi sagte, mehrere Angreifer hätten versucht, in das Polizeihauptquartier einzudringen, doch seien sie von den Wachen aufgehalten worden, woraufhin sie ihre Autobombe gezündet hatten. Er äußerte sich aber nicht dazu, wie viele Angreifer an dem Anschlag in der Hafenstadt beteiligt waren, die Teheran mit Hilfe Indiens zu einem Drehkreuz für den Handel mit Zentralasien ausbauen will.

"Die Explosion war sehr stark und hat die Fenster vieler Gebäude in der Nähe zerstört", sagte der Gouverneur von Tschabahar, Rahmdel Bameri. Zahlreiche Passanten und Ladeninhaber seien schwer verletzt worden. In der mehrheitlich sunnitischen Grenzregion Balutschistan sind seit Jahren verschiedene Separatisten- und Dschihadistengruppen aktiv, die mit Gewalt gegen die schiitisch geprägte Zentralregierung in Teheran kämpfen.

"Vom Ausland unterstützte Terroristen töten und verwunden Unschuldige in Tschabahar. Wie wir in der Vergangenheit gesagt haben, werden solche Verbrechen nicht unbestraft bleiben", schrieb Sarif auf Twitter. "Iran wird Terroristen und ihre Herren zur Rechenschaft ziehen." Er erinnerte daran, dass Irans Sicherheitsdienste 2010 Extremisten auf dem Weg aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgefangen hätten.

Sarif bezog sich damit auf die Festnahme des balutschischen Separatistenführers Abdulmalek Rigi, dessen Gruppe Dschundullah einen blutigen Kampf gegen den iranischen Staat geführt hatte. Iranische Kampfflugzeuge hatten das Passagierflugzeug, in dem Rigi mit mehreren Gefährten auf dem Weg von Dubai nach Kirgistan war, in der Luft abgefangen und zur Landung gezwungen. Rigi wurde später zum Tode verurteilt und im Juni 2010 hingerichtet.

Teheran wirft Pakistan und Saudi-Arabien vor, die Dschihadisten in der an Afghanistan und Pakistan grenzenden Provinz zu unterstützen. Mitte Oktober wurde dort eine Gruppe von zwölf Grenzschützern und Angehörigen der Bassidsch-Miliz entführt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistengruppe Dschaisch al-Adl. Während fünf Geiseln nach einem Monat frei kamen, werden die anderen wahrscheinlich weiter in Pakistan festgehalten.

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