Prüfer sehen Kulturwandel in Kliniken nach Organspendeskandal

Ein Behälter mit einem Spenderorgan Bild: AFP

Prüfer sehen Kulturwandel in Kliniken nach Organspendeskandal

Nach dem Organspendeskandal in Deutschland sehen die zuständigen Kontrolleure einen 'Struktur- und Kulturwandel' in den Transplantationszentren. Die meisten Kliniken halten sich an die Richtlinien für die Organvergabe. Es gab nur wenige Verstöße.

Nach dem Organspendeskandal in Deutschland sehen die zuständigen Kontrolleure einen "Struktur- und Kulturwandel" in den Transplantationszentren. Die meisten Kliniken halten sich an die Richtlinien für die Organvergabe, wie die Prüfungs- und Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Kassen-Spitzenverband am Donnerstag in ihrem aktuellen Jahresbericht feststellten. Es gab nur wenige Verstöße.

Das Gremium war nach dem Organspendeskandal eingerichtet worden und prüft seit 2012 in regelmäßigen Abständen, ob die deutschen Transplantationszentren bei der Vermittlung von Spenderorganen und der Organisation ihrer Wartelisten die Richtlinien einhalten. Diesmal analysierten die Prüfer abschließend Krankenakten von knapp 1500 Empfängern an 60 Transplantationszentren zwischen 2012 und 2015.

Bei den Nieren- und Pankreastransplantationen stellten die Prüfer demnach keine Auffälligkeiten fest. Auch im Bereich der Herz-, Lungen- und Lebertransplantationen wurde weit überwiegend ordnungsgemäß und korrekt gearbeitet. Lediglich in einzelnen Transplantationszentren sei es zu Fehlern gekommen, die allerdings keine systematische Vorgehensweise erkennen ließen, erklärten die Prüfer.

Allerdings stellten die Experten bei der Kontrolle des Herztransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Köln-Lindenthal und des Lebertransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Frankfurt am Main "systematische Unregelmäßigkeiten" fest. In Köln beispielsweise seien in zwei Drittel der Fälle mehrfach Anträge zur dringlichen Transplantation mit falschen Angaben der Patienten gestellt worden, die dazu geeignet gewesen seien, diese kränker darzustellen als sie eigentlich waren.

Nachdem im Sommer 2012 bekannt geworden war, dass Ärzte an mehreren deutschen Kliniken offenbar Patientendaten manipuliert und so die Vergabe von Spenderorganen beeinflusst hatten, waren die Spenderzahlen massiv eingebrochen. Nach jahrelangem Rückgang stieg die Zahl der Organspender in Deutschland in diesem Jahr erstmals wieder. Bis Mitte November registrierte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) 832 Spender - mehr als im gesamten Vorjahr

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