EVG und Bahn nach bundesweiten Warnstreiks wieder am Verhandlungstisch

EVG-Geschäftsstelle in Berlin Bild: AFP

EVG und Bahn nach bundesweiten Warnstreiks wieder am Verhandlungstisch

Einen Tag nach den bundesweiten Warnstreiks der EVG bei der Deutschen Bahn haben sich die Tarifparteien wieder zu Verhandlungen an einen Tisch gesetzt. In Berlin begannen am Dienstagnachmittag Gespräche zwischen Vertretern beider Seiten.

Einen Tag nach den bundesweiten Warnstreiks der EVG bei der Deutschen Bahn haben sich die Tarifparteien wieder zu Verhandlungen an einen Tisch gesetzt. In Berlin begannen am Dienstagnachmittag Gespräche zwischen Vertretern der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und des Konzerns. In Eisenach verhandelte am Vormittag auch die Lokführergewerkschaft GDL erneut mit dem Unternehmen. Die Folgen des EVG-Streiks waren auch am Dienstag noch vereinzelt zu spüren.

Die EVG hatte am Montagmorgen mit einem vierstündigen Warnstreik bundesweit den Bahnverkehr lahmgelegt. Zuvor hatten tagelange Verhandlungen keinen Durchbruch im Tarifstreit gebracht. Auch am Dienstag kam es noch zu einzelnen Zugausfällen und Verspätungen im Fernverkehr, das seien die "Nachwirkungen" des Streiks vom Montag, erklärte die EVG. Die Züge des Regional- und S-Bahnverkehrs fuhren hingegen wieder planmäßig. Alle Fernverkehrstickets für Montag behalten bis zum Sonntag ihre Gültigkeit.

In Berlin setzten sich am Nachmittag die EVG und die Bahn wieder an den Verhandlungstisch. Die Gespräche begannen kurz nach 14 Uhr in einem Hotel der Hauptstadt, wie Sprecher Uwe Reitz bestätigte. Nun komme es darauf an, "was wir von der Bahn vorgelegt bekommen", sagte er mit Blick auf das weitere Vorgehen. Die Gewerkschaft habe nach wie vor das Ziel, "am Verhandlungstisch fertig zu werden".

Mit der Bahn saß am Dienstag in Eisenach auch die Gewerkschaft GDL an einem Tisch. Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld und den Ausbau eines 2016 vereinbarten Wahlmodells, bei dem Beschäftigte zwischen Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub wählen können. Insgesamt geht es um rund 160.000 Beschäftigte.

Besonders betroffen von dem Ausstand waren am Montag hunderttausende Pendler, die nicht rechtzeitig oder gar nicht zur Arbeit kamen. Kritik an der Gewerkschaft EVG kam vor diesem Hintergrund erneut vom Fahrgastverband Pro Bahn. Den Pendlern entstehe ein "unmittelbarer Schaden, der dem gewerkschaftlichen Gedanken der Solidarität widerspricht", sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann der "Passauer Neuen Presse". Die Gewerkschaften müssten sich überlegen, "wie sie mit ihren Streikmaßnahmen mehr das Unternehmen und weniger die Fahrgäste treffen".

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