Studie: 2018 war das zweitwärmste Jahr für die Arktis

Eisschmelze hat Folgen für Tierwelt und Natur Bild: AFP

Studie: 2018 war das zweitwärmste Jahr für die Arktis

Die Erderwärmung heizt die Arktis nach Angaben von Forschern in einem Rekordtempo auf. Das Jahr 2018 sei das zweitwärmste Jahr in der Arktis seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1900 gewesen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die Erderwärmung heizt die Arktis nach Angaben von Forschern in einem Rekordtempo auf. 2018 sei das zweitwärmste Jahr in der Arktis seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1900 gewesen, hieß es in einem am Dienstag von der Nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde der USA (NOAA) veröffentlichten Bericht. Zwischen Oktober 2017 und September 2018 war die Temperatur demnach im Durchschnitt 1,7 Celsius höher als in den Jahren zwischen 1981 und 2000.

Verfasst wurde der jährliche Bericht von 81 Forschern, die für Regierungen und Akademien in zwölf Ländern arbeiten. Ihrer Analyse zufolge war 2018 für die Arktis das Jahr mit der zweitkleinsten Meereisfläche und dem geringsten jemals gemessenen Wintereis in der Beringsee. 

Den Forschern zufolge lagen die Lufttemperaturen in der Arktis in den vergangenen fünf Jahren stets über den vorher verzeichneten Rekordwerten. Die Arktis erwärme sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt, erklärten die Forscher. Die Auswirkungen seien aber nicht auf die Polarregion begrenzt, sondern bis in mittlere Breiten spürbar.

Durch eine wärmere Arktis verringert sich laut NOAA der Nord-Süd-Temperaturunterschied, was den für das Wettergeschehen zentralen Jetstream beeinflusst. Wärmere Luft gelange weiter nach Norden, kältere schaffe es stärker in den Süden. "Besondere Extremwetter-Ereignisse" wie die Hitzewelle am Nordpol im Herbst 2017, strenge Winterstürme im Osten der USA im Jahr 2018 und der extreme Kälteeinbruch in Europa im März 2018 stünden in Verbindungen mit dem veränderten Jetstream.

Für das Ökosystem der Arktis sind die wärmeren Temperaturen dem Bericht zufolge eine Katastrophe. Schädliche Algenblüten gelangen demnach weiter in den Norden und gefährden Meeresbewohner. Entsprechende Gifte seien in Muscheln, Walrössern, Walen und anderen Meeresorganismen nachgewiesen worden.

Obwohl durch die Eisschmelze mehr Weideland zum Vorschein kommt, ging in den vergangenen zwei Jahrzehnten zudem die Rentier-Population in der arktischen Tundra aus noch nicht erforschten Gründen um knapp 50 Prozent zurück. Eine weitere Gefahr für die Region ist zudem Mikroplastik. Im Arktischen Ozean sei de Konzentration noch höher als in anderen Ozeanen, hieß es in dem Bericht. 

Comments

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.