Verdächtiger nach Angriff auf Israelis im Westjordanland getötet

Israelische Soldaten bei einer Razzia im Westjordanland Bild: AFP

Verdächtiger nach Angriff auf Israelis im Westjordanland getötet

Vergeblicher Kampf um ein Menschenleben: Drei Tage nach einem Schusswaffenangriff auf Israelis im besetzten Westjordanland ist ein per Notkaiserschnitt zur Welt gebrachtes Baby gestorben. Israelische Sicherheitskräfte erschossen einen Verdächtigen.

Nach dem Angriff auf mehrere Israelis im besetzten Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben einen Verdächtigen getötet. Der Palästinenser habe sich seiner Festnahme entziehen wollen und sei erschossen worden, teilte der Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Mittwoch mit. Wenige Stunden zuvor war ein Baby gestorben, dessen Mutter bei dem Angriff im Westjordanland verletzt worden war.

Unklar blieb zunächst, ob es sich bei dem erschossenen Palästinenser um den Schützen oder einen Komplizen handelte. Nach Angaben des israelischen Geheimdienstes wurden bei dem Einsatz im Westjordanland am Mittwoch auch mehrere Verdächtige festgenommen.

An einer Bushaltestelle nahe der israelischen Siedlung Ofra war am Sonntagabend aus einem palästinensischen Auto heraus auf Passanten geschossen worden. Sieben Menschen wurden dabei verletzt, darunter eine schwangere Frau. Die 21-Jährige erlitt schwere Verletzungen, Ärzte brachten ihr Kind in der Nacht per Notoperation zur Welt. Während sich der Zustand der Mutter stabilisierte, ging es dem Baby nach Angaben des behandelnden Krankenhauses in Jerusalem schon am Montag schlechter. 

Am Mittwoch starb das per Notkaiserschnitt zur Welt gebrachte Baby. Das Krankenhaus gab "mit tiefer Trauer" den Tod des Frühchens bekannt. Das Baby sei trotz aller Bemühungen der Ärzte verstorben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach daraufhin, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. "Wir werden die Mörder finden und wir werden über sie richten", erklärte er.

Der US-Nahostbeauftragte Jason Greenblatt äußerte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter erschüttert über den Tod des Babys. Den Angriff nannte er "schändlich". 

Die radikalislamische Hamas hatte nach der Attacke erklärt, der Vorfall beweise, dass der "Widerstand" im Westjordanland noch lebendig sei.

Rund 400.000 Israelis leben in den unterschiedlich großen Siedlungen im Westjordanland. Die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis in dem besetzten Gebiet haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Ende November war ein Palästinenser mit einem Auto in eine Gruppe israelischer Soldaten gefahren. Die drei Soldaten wurden leicht verletzt, der Fahrer des Wagens wurde erschossen.

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