Israelische Soldaten erschießen Palästinenser bei Protesten im Westjordanland

Pro-Hamas-Demonstration in Ramallah Bild: AFP

Israelische Soldaten erschießen Palästinenser bei Protesten im Westjordanland

Bei Protesten im Westjordanland ist ein Palästinenser getötet worden. Der 17-Jährige sei nahe einem Flüchtlingslager nördlich von Ramallah von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.

Bei Protesten im Westjordanland ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Palästinenser getötet worden. Der 17-Jährige sei am Freitag nahe einem Flüchtlingslager nördlich von Ramallah von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Israels Armee lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Mehrere Palästinensergruppen hatten für Freitag zu Protesten gegen die israelische Besatzung des Westjordanlands aufgerufen. Die Lage in dem Palästinensergebiet ist nach drei tödlichen Angriffen auf Israelis binnen zwei Monaten höchst angespannt.

Am Donnerstag hatte ein Palästinenser an einer Bushaltestelle nahe der Siedlung Ofra zwei israelische Soldaten erschossen. Wenige Stunden zuvor hatte die israelische Armee die Tötung von zwei Palästinensern bekanntgegeben, die im Oktober und Anfang Dezember Attentate auf Israelis im Westjordanland verübt haben sollen.

Nach der Attacke am Donnerstag verlegte die israelische Armee hunderte zusätzliche Soldaten ins Westjordanland. Bei Razzien in Ramallah wurden dutzende Palästinenser festgenommen. Dabei kam es zu Zusammenstößen, bei denen ein Palästinenser erschossen wurde. 

Am Freitag setzte die Armee ihre Durchsuchungen in Ramallah und anderen Orten fort, wobei es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. In der Stadt Hebron schlugen palästinensische Sicherheitskräfte derweil Demonstrationen zur Unterstützung der radikalislamischen Hamas nieder, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. 

Ein Sprecher der palästinensischen Polizei erklärte, die Demonstration habe sich nicht wie die anderen Kundgebungen im Westjordanland gegen Israel gerichtet, sondern gegen die palästinensische Autonomiebehörde. Daher sei der Protest unterbunden worden. 

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